Kaum Chancen für Frieden in Gaza

Wohl selten war ein Waffenstillstand brüchiger als in Gaza. Die Hamas provoziert weiter, die israelische Armee antwortet mit heftigen Angriffen. Wie das wohl weitergeht?

Frieden für Israel (und seine Nachbarn) – das wünscht sich wohl jeder normal denkende Mensch. Aber davon sind wir weit entfernt. Foto: Oren Rozen / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int

(KL) – Um Frieden zu schließen, braucht es entweder die Bereitschaft beider Seiten, einen Krieg zu beenden oder aber eine der Kriegsparteien ist derart unterlegen, dass eine Fortführung des Kriegs keinen Sinn mehr macht. Bereit zum Frieden ist momentan wohl keine der beiden Seiten und dafür gibt es leider Gründe. Auf beiden Seiten.

Nethanjahu braucht, um sich weiter an der Macht zu halten, einen Gegner und das ist natürlich die Hamas. Umgekehrt braucht die Hamas Israel, um weiterhin Opfer-Bilder zu produzieren, um die weltweite Unterstützung für diese Terror-Organisation aufrecht zu erhalten. Denn der „Kampf“ der Hamas besteht weitgehend darin, ihre palästinensischen Mitbürger zu opfern, um das Narrativ eines „Genozids“ weiter erzählen zu können. In der ersten Phase des Waffenstillstands begannen die Terroristen sogar damit, selbst ihre Mitbürger in schrecklichen Inszenierungen hinzurichten, bis sie merkten, dass ihnen das keine Sympathien bei ihren Unterstützern und schon gar nicht in der internationalen Politik einbrachte.

Um also weiter anklagende Bilder produzieren zu können, macht die Hamas mit ihren ständigen Provokationen weiter, wie beispielsweise der Weigerung, die noch fehlenden Leichen der Geiseln vom 7. Oktober 2023 zurückzugeben oder durch punktuelle Angriffe auf israelische Soldaten. Blöd nur, dass die Terroristen bei einigen ihrer Aktionen gefilmt werden, wie beispielsweise dem Vergraben einer Leiche, um diese später „bergen“ zu können oder durch die Übergabe menschlicher Reste, wobei sich herausstellte, dass es sich um Überreste einer ermordeten Geisel handelte, von der bereits in der Vergangenheit Überreste übergeben worden waren. Kein Wunder, dass die Nerven der israelischen Bevölkerung mehr als angespannt sind.

Nur – wie soll es weitergehen? Es sieht nicht danach aus, als ob Israel und die Hamas auf dem Weg zu einer Befriedung der Lage wären. Zwar hat Israel gestern erklärt, den Waffenstillstand jetzt wieder einhalten zu wollen, doch dürfte bereits die nächste Provokation der Terroristen ausreichen, um sofort wieder militärische Gegenschläge auszulösen.

Es handelt sich also tatsächlich um einen „Frieden made in USA“, eines dieser Trump-Konstrukte, bei denen es in erster Linie darum geht, dass der US-Präsident „Deals“ machen kann, bei denen er und sein Land viel Geld verdienen können. Das erinnert stark an den „Seltene Erden-Deal“, den Trump der Ukraine aufzwang, ohne dass dieser Deal irgendetwas am Krieg in der Ukraine geändert hätte – im Gegenteil. Trumps „Friedensbemühungen“ in der Ukraine haben eine neue Eskalationsstufe des Kriegs ausgelöst und statt Frieden zu bringen, hat Trump diesen Krieg nur weiter angeheizt. Soviel zu seinem Baby-Geblubber, dass er den Friedensnobelpreis verdient hätte…

Wie es in Gaza weitergeht, steht in den Sternen. Letztlich haben beide Seiten auf politischer Ebene ein Interesse daran, dass dieser Krieg weitergeht. Denn sollte der Krieg tatsächlich enden, läuft Nethanjahu Gefahr, nicht nur seinen Posten zu verlieren, sondern vor Gericht gestellt zu werden. Umgekehrt verliert die Hamas ohne ihren Krieg gegen Israel ihre Daseinsberechtigung und ebenfalls ihre internationale Unterstützung. Insofern fehlt die Motivation, einen „Friedensplan“, den keine der kriegsführenden Parteien unterzeichnet hat, weiter umzusetzen.

Wie immer in der heutigen Zeit hängt vieles vom amerikanischen Präsidenten ab, doch wenn man dessen „Erfolge“ nüchtern betrachtet, besteht nicht viel Hoffnung, dass sich die Lage in Gaza wirklich entspannen kann. Das einzig Positive momentan ist, dass viele Hilfsgüter in Gaza ankommen, doch auch hier fehlen Informationen, wer diese Hilfslieferungen in die Hand bekommt und wie diese an die Bevölkerung verteilt werden. So traurig das ist, aber der Krieg in und um Gaza wird uns wohl noch eine ganze Weile weiter begleiten.

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