Klimawandel? Was für ein Klimawandel?

Das Jahr beginnt, wie schon die letzten Jahre, mit Überschwemmungen. Diese betreffen allerdings nicht nur Niedersachsen und die neuen Bundesländer, sondern halb Europa.

So sieht es mittlerweile jedes Jahr am kleinen Flüsschen Wümme bei Bremen aus... Foto: Alaaddin Avciogullari / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int

(KL) – Langsam gewöhnen wir uns daran, dass zum Jahreswechsel weite Landstriche Europas unter Wasser stehen. Momentan ist dies in der Bretagne und im westlichen Nordfrankreich der Fall, natürlich auch in Belgien und in Niedersachsen, wo „Land unter“ inzwischen ein „normales“ Phänomen ist. Abgesehen davon, dass diese Überschwemmungen riesige Schäden für die Bewohner und die Landwirtschaft in der norddeutschen Tiefebene und entlang der Flüsse in den neuen Bundesländern (und auch in den alten…) verursachen, stellt sich die Frage, wie künftig mit diesen Wetterphänomenen umgegangen werden soll.

In Norddeutschland blickt man heute besorgt auf die klirrende Kältewelle, die von Skandinavien heranrollt. Bereits in den kommenden Tagen mit sehr tiefen Temperaturen und teilweise Dauerfrost, könnte sich halb Niedersachsen in eine riesige Eisfläche verwandeln, die das tierische und pflanzliche Leben in dieser Region weiter ernsthaft gefährdet. Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, ob die Deiche halten oder weiter aufweichen, ob es zu noch dramatischeren Überschwemmungen kommt, steht in den Sternen.

Gleiches gilt in der Bretagne und im westlichen Nordfrankreich (und auch in anderen französischen Regionen in Küstennähe), wo ebenfalls weite Flächen unter Wasser stehen, mit den „üblichen“ Phänomenen wie Stromausfällen und schweren Schäden an Häusern und für die Landwirtschaft. Erschwerend kommt in all diesen Regionen hinzu, dass heute viele Hausbesitzer in den von Hochwasser gefährdeten Regionen über keinen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen, da die Prämien hierfür kaum noch erschwinglich sind und sich auch künftig weiter verteuern werden.

Doch so schlimm diese Lage momentan auch ist, sie ist nur die Hälfte des Problems. Denn nach den Überschwemmungen kommt, wie in den letzten Jahren, die Dürre, trockene Böden, die dann kaum noch Regenwasser aufnehmen können, da sie steinhart austrocknen und das Regenwasser einfach abperlen lassen.

Regen und angesichts milder Temperaturen auch schon das Wasser der viel zu früh einsetzenden Schneeschmelze machen die Lage unübersichtlich und das nicht nur in den genannten Regionen. Je nach Niederschlägen kann es auch zu vergleichbaren Überschwemmungen in anderen Regionen kommen.

Was nützen dann die zahlreichen Klimakonferenzen wie die letzte COP in Dubai, wo über 90.000 Experten zu den immer gleichen Warnungen und Bedenken kommen, sich aber nichts oder nur wenig an den Gründen ändert, die zu diesem galoppierenden Klimawandel führen?

Nun ist auch die Politik gefordert, die vielleicht ein paar Millionen aus der Unterstützung von Kriegen in die eigenen Krisengebiete umleiten muss, denn es kann nicht sein, dass die norddeutschen und nordfranzösischen Bauern absaufen, die Nahrungsmittelversorgung gefährdet wird und man nur mit den Achseln zuckt.

Der Klimawandel hat auch Europa erreicht und was momentan in den betroffenen Regionen passiert, ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Wenn jetzt der Klimaschutz nicht einen ganz anderen Stellenwert in der Politik bekommt, werden wir alle Zeugen werden, wie Europa langsam, aber sicher vor die Hunde geht. Die Zeit des Redens ist abgelaufen, jetzt muss gehandelt werden.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*



Copyright © Eurojournaliste