König ohne Volk
Emmanuel Macrons Absturz in den Umfragen geht ungebremst weiter. Nur noch 11 % der Franzosen haben Vertrauen in einen Präsidenten, der dabei ist, Frankreich zu ruinieren.
Die Franzosen wollen keinen selbsternannten König mehr, sondern einen "normalen" Präsidenten. Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0
(KL) – Neun von zehn Franzosen würden ihren Präsidenten lieber heute als morgen zurücktreten sehen, doch Emmanuel Macron klammert sich an seinem Thron fest wie ein Ertrinkender und setzt weiterhin alles daran, seine längst fertige „Macronie“ weiter künstlich am Leben zu halten, auch, wenn er dazu die französische Demokratie vergewaltigen muss. Doch die Franzosen sind weitaus weniger dumm als Macron das seit Jahren denkt – sie haben verstanden, dass das politische Chaos in Frankreich, die Wirtschaftskrise und der Verlust des internationalen Ansehens Frankreichs einen Verantwortlichen haben – den Mann, der immer noch glaubt, dass er aufgrund „göttlicher Vorsehung“ zum Präsidenten Frankreichs wurde.
Erstaunlich ist, dass Macron selbst im Lager des „zentralen Blocks“, also seinen „Macronisten“ und deren politischen Satelliten, die alle hoffen, selbst noch einmal in ein Ministeramt gespült zu werden, nur noch eine Zustimmung von 50 % hat, also in einem Lager, das auch in der Nationalversammlung keine wirkliche Rolle mehr spielt, sondern sich nur durch schräge Absprachen, gebrochene Versprechen und Tricksereien an der Regierung hält.
Dass Macron angesichts des völligen Vertrauensverlusts der Franzosen nicht auf die Idee kommt, zurückzutreten und damit der mißhandelten französischen Demokratie wieder eine Chance zu gehen, hat mit fehlendem politischem Anstand zu tun, doch offensichtlich ist es nun Macrons Ziel, angesichts des „Liebesentzugs“ der Franzosen Rache zu nehmen und das Land nachhaltig zu ruinieren.
Die Ratingagenturen stufen Frankreichs Bonität immer weiter herab und die „Erklärung“ der Macron-Regierungen, dass die aktuelle Wirtschaftskrise durch die Covid-19-Pandemie ausgelöst worden sei, ist natürlich Quatsch. Diese Pandemie hat alle Länder gleichermaßen getroffen und belastet, doch bis auf Frankreich sind alle Länder auch dabei, die Folgen dieser Pandemie proaktiv zu managen.
International wird Macron und damit Frankreich nicht mehr ernstgenommen, wie auch US-Präsident Trump kürzlich sagte: „Ach, Macron erzählt immer viel, aber es hört ja ohnehin niemand zu…“. Auf europäischer Ebene ist Macron ebenfalls keine große Nummer mehr, die Damen Von der Leyen und Meloni haben ihm eiskalt den Rang abgelaufen. Macrons Hoffnungen auf einen künftigen hohen Job in den europäischen Institutionen kann er vergessen, denn wer will schon einen „Verantwortlichen“, der seit 2018 nicht einmal die öffentliche Ordnung in der Hauptstadt seines Landes aufrecht halten kann?
Die französische Bevölkerung hat jedes Vertrauen in die Politik verloren, was allerdings auch daran liegt, dass nicht nur die „Macronisten“ grottenschlecht sind, sondern auch die Opposition, die in der aktuellen Situation eine ebenso jämmerliche Vorstellung abliefert wie die Regierung selbst.
So, wie die Debatten im Parlament gerade laufen, stehen die Chancen hoch, dass auch die Regierung „Lecornu 2“ nicht lange im Amt bleibt. Wenn auch sie gestürzt werden wird, wäre es an der Zeit, dass Macron endlich zurücktritt und Frankreich die Chance gibt, den Weg zu einem autoritären Staat wie Ungarn zu verlassen. Frankreich hat definitiv besseres verdient als einen Präsidenten, der von 9 von 10 Franzosen nicht mehr gewollt wird. Nach acht Jahren im Amt ist es an der Zeit sich einzugestehen, dass dieser Mann nicht für das Amt des Präsidenten geeignet ist.
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