Krieg für alle?
Polen will seine Bürgerinnen und Bürger durch ein militärisches Ausbildungs-Programm schleusen. 2026 sollen 400.000 Bürgerinnen und Bürger „wehrtüchtig“ sein.
Die Ausbildung von Bürgern und Studenten (wie hier in Russland in den 80er Jahren) gehört zur Kriegsvorbereitung. Foto: Vitold Muratov / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
(KL) – So etwas hat es auch in Polen noch nicht gegeben. Im Rahmen eines großen Ausbildungsprogramms sollen ganz normale Bürgerinnen und Bürger „kriegstauglich“ gemacht werden. Bemerkenswert ist, dass niemand mehr von „Frieden“ spricht, sondern die europäischen Länder ihre Bevölkerungen darauf vorbereiten, dass sie demnächst im Krieg kämpfen müssen.
Das polnische Programm umfasst einen Sicherheitskurs, Überlebenstraining, medizinische Ausbildung und Kurse für Cyber-Sicherheit. Nach den offiziellen Angaben ist (noch?) kein Schießtraining vorgesehen.
Nun ist die Situation in Polen anders als anderswo. Polen hat nicht nur eine direkte Grenze zu Belarus, dem Satelliten Moskaus, sondern auch zur russischen Enklave Kaliningrad an der Danziger Bucht – insofern wird die russische Bedrohung in Polen anders eingeschätzt als beispielsweise in Deutschland oder Frankreich.
Dennoch muss man festhalten, dass inzwischen wohl alle Hoffnungen auf ein Ende des Kriegs fallengelassen worden sind. So sagte ja auch der ukrainische Präsident Selenskyi vor wenigen Tagen, dass er nur noch für „zwei oder drei Jahre“ die Unterstützung des Westens brauche, was die unterschwellige Meinung widerspiegelt, dass die Ukraine danach den Krieg auch so gewinnen könne. Ein Blick auf die Front zeigt, dass es sich wieder einmal nur um Propaganda handelt und dass dieser Krieg täglich weiter eskaliert. Wenn es blöd läuft, wird dieser Krieg so lange dauern, bis die Ukraine als Staat ausgelöscht ist und das zerstörte Territorium wieder von Russland annektiert wird.
Polen ist allerdings nicht das einzige Land, dass seine Bevölkerung auf Krieg einstimmt. So verschickte das französische Gesundheitsministerium bereits Anweisungen an die Krankenhäuser, in denen diese aufgefordert werden, Kapazitäten zur Versorgung „verwundeter Soldaten“ zu schaffen. Abgesehen davon, dass die Krankenhäuser in Frankreich bereits jetzt jenseits ihrer immer weiter gekürzten Möglichkeiten operieren, ist auch dies eine Einstimmung auf einen bevorstehenden Krieg.
Auch in Deutschland zirkulieren bereits „Notfall-Listen“, mit denen die Bevölkerung aufgefordert wird, „Notfall-Rationen“ anzulegen – offenbar haben sich die Politiker bereits darauf eingestellt, dass der Ukraine-Krieg noch Jahre dauern und immer weiter eskalieren wird. Und wie bereits eingangs erwähnt, spricht niemand mehr von „Frieden“. Was einen zu der Ansicht bringen kann, dass die Welt heute von Wahnsinnigen regiert wird, die Krieg als Lösung ihrer Probleme betrachten.
Aber was bedeutet es, wenn eine ganze Bevölkerung, wie in Polen, zur Wehrtüchtigkeit ausgebildet werden soll? Natürlich werden so die Menschen darauf vorbereitet, selbst in den Krieg ziehen zu müssen und gleichzeitig rechtfertigen die Mächtigen damit auch die pharaonischen Ausgaben für diesen Krieg. Es ist wie 1914 und 1939, kurz vor Ausbruch der beiden letzten Weltkriege. Die Propaganda ersetzt das Denken der Menschen und die Bevölkerungen werden darauf vorbereitet, schon bald wieder fürs Vaterland sterben zu dürfen. Und das soll ja bekanntlich „süß und ehrenvoll“ sein…
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