Löst sich die US-Regierung langsam auf?

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde jetzt die dritte Ministerin der aktuellen US-Regierung gefeuert. Dieses Mal traf es Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer.

Es ist gar nicht so lange her, dass Arbeitsministerin Chavez-DeRemer noch gute Karten beim Präsidenten hatte... Foto: The White House / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Erst wurde die Heimatschutzministerin Kristi Noem gefeuert, dann Justizministerin Pam „Blondi“ Bondi und nun erwischte es Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer. Die Liste der Vorwürfe gegen sie ist lang und reicht von „unangemessenen Beziehungen“ zu Untergebenen über erfundene Dienstreisen, die für Familienausflüge genutzt wurden, bis hin zu einem Problem, das offenbar in der aktuellen US-Regierung eine große Rolle spielt – enormer Alkoholkonsum im und außerhalb des Büros, ein Problem, das Chavez-DeRemer mit etlichen anderen Regierungsmitgliedern teilt. Langsam löst sich die Frauenriege in dieser Regierung auf und natürlich werden die gefeuerten Frauen von weißen Männern ersetzt. Wundert das noch jemanden?

Diese US-Regierung erinnert an die Lahmen und Fußkranken, die Hannibal vor seiner Überquerung der Alpen zurückließ, da sie für seine Kampagne keinerlei Nutzen hatten. Aus dieser Gruppe hat der US-Präsident seine Regierung zusammengestellt und die Welt stellt entsetzt fest, dass die Qualitäten seiner Mitstreiter noch geringer sind als die des Präsidenten selbst und das will wirklich etwas heißen.

Was die Minister in ihren Ministerien treiben, spottet jeder Beschreibung. Die einen lassen sich im Dienst volllaufen, die anderen beschäftigen sich eher mit sexuellen Belästigungen als mit Politik, was in „Epstein Country“ dann auch wieder keine Überraschung ist. Ach ja, der Ehemann von Lori Chavez-DeRemer, Shawn DeRemer, hatte zuletzt sogar Hausverbot im Ministerium seiner Frau, nachdem es in mindestens zwei Fällen zu sexuellen Übergriffen gegenüber Mitarbeiterinnen des Hauses kam. Aber wie es in „Epstein Country“ so üblich ist, wurden auch diese Fälle unter den Teppich gekehrt und niemand wurde mit Dingen wie Anzeigen behelligt.

Neben dem täglichen, verlogenen Gegreine des Präsidenten, der nicht mehr so richtig mitbekommt, was um ihn herum passiert, lohnt es sich, die Anhörungen seiner Minister vor verschiedenen Ausschüssen des Kongresses zu verfolgen. Ein Komiker erster Güte ist Robert Francis Kennedy, Querdenker und Gesundheitsminister, der nicht nur stolz berichtete, dass er Kokain von Klodeckeln schnupfte, sondern der massive Probleme in Mathematik hat und der auf seine Fehler beharrt, selbst wenn man sie ihm langsam und verständlich erklärt.

So meint Kennedy immer noch, dass sein innig geliebter Präsident richtig liegt, wenn er verkündet, dass er die Preise für bestimmte Medikamente um bis zu 600 % gesenkt habe. „Wenn ein Medikament 600 Dollar kostet und der Preis auf 100 Dollar sinkt, dann ist das ein Preisrückgang von 600 %“, erklärte er den Journalisten, während sein Präsident selig lächelnd einnickte. Das dies allerdings, wenn es überhaupt passieren sollte, einen Preisrückgang um rund 83 % darstellen würde, das will einfach nicht in diesen Kokain-vernebelten Kopf.

Dass der Zirkus im Weißen Haus nicht von ungefähr stattfindet, ist klar, denn inzwischen muss der Präsident bereits von zwei Problemfeldern ablenken. Nach wie vor wird die Veröffentlichung der ungeschwärzten Epstein-Files gefordert und inzwischen muss er auch von seinem völligen Versagen im Iran ablenken. Und auch davon, dass immer mehr Amerikaner, auch Republikaner, das angebliche Attentat von Butler bezweifeln, denn seine „Wunderheilung“ und die Umstände sprechen deutlich mehr dafür, dass dieses „Attentat“ eine Inszenierung mit Theaterblut war. Zutrauen muss man dieser Truppe leider alles, warum nicht auch eine solche Inszenierung?

Erstaunlich ist allerdings, dass es in Europa und anderswo immer noch Politiker gibt, die versuchen, sich mit dieser Clowntruppe zu arrangieren und sie teilweise sogar ernstnehmen.

Und was die gefeuerten Ministerinnen anbelangt, so sei daran erinnert, dass die frühere Justizministerin Pam „Blondi“ Bondi einfach zu ihrer Vorladung zu einer Aussage vor dem Kongress unter Eid am 14. April nicht erschienen ist, dabei ist sie die Hauptverantwortliche für die Vertuschung des Epstein-Skandals. Der Kongress täte gut daran, sie erneut vorzuladen und sie, wenn sie wieder nicht erscheint, festzunehmen.

Dass sich diese Clown-Regierung langsam von innen auflöst, ist prinzipiell eine gute Sache, aber was weniger gut ist, sind die Schäden, die diese Truppe gerade weltweit anrichtet. Diese Regierung muss so schnell wie möglich abgesetzt werden, bevor sie uns alle tatsächlich in den III. Weltkrieg hineingestümpert hat. Man möchte angesichts dieser Leute eigentlich lachen, aber bei den Handlungen dieser US-Regierung bleibt einem das Lachen im Hals stecken.

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