Merz in den Umfragen auf Tiefststand

Wie in anderen Ländern auch, muss man sich auch in Deutschland bei den nächsten Wahlen auf einen rechtsextremen Sturm vorbereiten. Merz ist in den Umfragen extrem unbeliebt.

Schwierige Zeiten für Friedrich Merz... Foto: © European Union, 1998 - 2026

(KL) – Seit einer TV-Werbung aus den 70er Jahren wissen wir, „Mühe alleine reicht nicht“. Diese Erfahrung macht nun ein halbes Jahrhundert später auch Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen Umfragewerte im Keller sind, obwohl er sich sichtbar Mühe gibt. Doch, wie gesagt, „Mühe alleine reicht nicht“ und trotz des Merz’schen Aktivismus wollen und wollen sich einfach keine Ergebnisse einstellen. Doch ein Regierungschef, der es nicht schafft, die Lebensbedingungen seiner Bevölkerung auch nur ein bißchen zu verbessern, der wird abgestraft. Nutznießer ist die AfD, die weiterhin stärkste Partei in den Umfragen ist, obwohl sie noch nie politisch etwas geleistet hat.

Die aktuellen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. In der Umfrage von RTL/n-tv kommt die AfD weiterhin auf 26 % der Stimmen, gefolgt von der CDU mit 24 %, SPD und Grüne mit jeweils 13 % und Die Linke mit 11 %. Das bedeutet, dass die aktuelle Regierungskoalition nur noch auf 37 % der Stimmen käme und damit bereits heute mehr als wackelig dasteht. Die persönlichen Werte für Friedrich Merz sinken ebenfalls ständig weiter und die dieses Jahr stattfindenden Landtagswahlen könnten tatsächlich einen grundlegenden Richtungswandel in der deutschen Politik einläuten.

Gewiss, die aktuelle Weltlage ist extrem angespannt, doch wenn dies dazu führt, dass die inländischen Probleme unter den Tisch fallen, dann wird sich das bei den nächsten Wahlen auswirken, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Spanien, Großbritannien und all den anderen Ländern, in denen rechtsextreme Neonationalisten Rückenwind haben, obwohl sie politisch noch nie etwas geleistet haben.

Außenkanzler“ Merz versucht zwar, mit europäischen Perspektiven in den großen Dossiers der Welt mitzuwirken, doch ähnlich wie Frankreichs Präsident Macron lässt er dabei zu, dass sich die Lebensbedingungen der eigenen Bevölkerung um keinen Deut verbessern. Doch man kann nicht ständig nach Opfern der Bevölkerung rufen, wenn man selbst nicht bereit ist, solche Opfer zu bringen. Das Nichtliefern von greifbaren Ergebnissen wird nur zu einem führen – dem Machtanspruch der Rechtsextremen. Wie in Frankreich muss sich auch die deutsche Politik vor Neuwahlen fürchten, denn die AfD ist seit letztem Sommer praktisch ununterbrochen stärkste Partei in Deutschland und bereits in diesem Jahr könnte sich die Zusammensetzung des Bundesrats ganz entscheidend verändern – die AfD schleicht sich in den politischen Machtapparat und was Neonationalisten in Machtpositionen anrichten können, das sieht man heute in den USA.

Wie eingangs gesagt, Friedrich Merz gibt sich Mühe, doch eine klare Linie ist bei ihm ebenso wenig erkennbar wie bei seinem Vorgänger Olaf Scholz. Denn – „Mühe alleine reicht nicht“…

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