Nach dem Krieg ist vor dem Krieg

Die Terror-Organisation Hamas hat den Gaza-Krieg für „beendet“ erklärt. Donald Trump auch. Doch während die Freilassung der Geiseln gefeiert wird, organisiert die Hamas die Fortsetzung des Kriegs.

Der Konvoi des Roten Kreuz in der Mondlandschaft von Gaza. Foto: ScS EJ

(KL) – Es könnte tatsächlich ein „Frieden made in USA“ werden. Denn bei aller Freude über die Rückkehr der letzten 20 noch lebenden israelischen Geiseln, deutet vieles darauf hin, dass der Gaza-Konflikt alles andere als beendet ist. Die Hamas weigert sich, entwaffnet zu werden und beginnt bereits damit, in Gaza eine neue Schreckensherrschaft einzurichten, die Bevölkerung zu drangsalieren und dabei wird sie von den 2000 freigelassenen Palästinensern unterstützt werden, von denen viele zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder und Terroristen sind. Dazu erklärten Vertreter der Hamas bereits, dass man keinen Zentimeter vom Ziel der Terroristen abrückt und dieses Ziel ist die Vernichtung des Staats Israel. Was einmal mehr zeigt, auf welcher Seite genozidäre Pläne herrschen.

Für Donald Trump war gestern ein toller Tag. Noch im Flugzeug erklärte er den Krieg für beendet, dabei übersieht er allerdings, dass mit der Freilassung der letzten Geiseln nur eine neue Phase dieses Kriegs beginnt, was man bereits am Wochenende bei brutalen Übergriffen im Westjordanland erkennbar war. Gestern sprachen fast alle westlichen Politiker von einem neuen Zeitalter des Friedens, von einer goldenen Zukunft, doch übersehen dabei alle, dass die Hamas ganz andere Pläne als Frieden hat.

Nach der Freude über die Freilassung der letzten 20 lebenden Geiseln folgt die Ernüchterung über die ermordeten Geiseln. Klar ist, dass die Traumata auf beiden Seiten die gesamten Bevölkerungen betreffen. Keine Familie in Gaza, keine Familie in Israel, die nicht unter den letzten Jahren gelitten und Angehörige und Freunde verloren hat. Es wird Jahrzehnte dauern, bis diese Traumata überwunden werden können, falls das überhaupt möglich ist.

So bitter es ist, der Gaza-Krieg ist nicht vorbei. Die diplomatische Gemengelage bleibt kompliziert und der Trump-Frieden ist nur eine Momentaufnahme. Der Gaza-Konflikt ist weitaus komplizierter, als dass ein Donald Trump diesen wirklich beenden könnte.

Allerdings besteht jetzt eine neue Hoffnung, so klein diese auch ist. Das Kapitel des 7. Oktober 2023 ist noch lange nicht abgeschlossen und vieles wird daran liegen, ob die Hamas ihre Zusagen einhält, wonach es nicht unbedingt aussieht. Welcome home für die Geiseln und – für Jubelfeiern ist es noch lange nicht der richtige Zeitpunkt.

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