NATO – irgendjemand soll verschwinden

In den USA diskutiert die Regierung, Spanien „zur Bestrafung“ aus der NATO auszuschließen. Dabei würden sich viele wünschen, dass die USA aus diesem Bündnis verschwinden.

Die Aufgabe der NATO ist es nicht, den Wahnsinn des US-Präsidenten militärisch zu unterstützen. Foto: U.S. Department of State from United States / Wikimedia Commons / PD

(KL) – So, jetzt ist es also so weit. Die USA, die sich nicht trauen, gegen Russland und Putin vorzugehen, wollen jetzt diejenigen Länder „bestrafen“, die auf der „Nasty-and-Nice-Liste“ stehen, die der verstörte US-Präsident aufgestellt hat. Hintergrund ist die Weigerung der NATO-Länder, sich aktiv an Trumps gleich auf mehreren Ebenen illegalen Angriffskriegs im Iran zu beteiligen, wozu sie allerdings nicht einmal das Recht hatten, denn die NATO-Verträge sehen ein solches Eingreifen nur dann vor, wenn ein NATO-Mitglied angegriffen wurde und das war im Iran definitiv nicht der Fall.

Der US-Präsident, der nicht einmal zu dieser Frage eine klare Position hat und sich praktisch täglich selbst widerspricht, ist frustriert, dass die Unterstützung für die USA rund um den Iran und die Straße von Hormuz ausgeblieben ist. Dann wieder schreibt er, dass er ohnehin keine Hilfe der NATO-Partner gebraucht hätte, sondern diese nur „testen“ wollte.

Wenn man aber das aktuelle Ergebnis seines Kriegs im Iran betrachtet, ist das ein geradezu historischer Flopp. Die Straße von Hormuz, das wohl wichtigste Nadelöhr im weltweiten Energie-Transport, ist gesperrt, es tobt eine weltweite Energie-Krise und das amateurhafte US-Diplomatie-Team wird von den iranischen Revolutionsgarden am Nasenring durch die Manege geführt. Was die Lage im Iran anbelangt, hat die amerikanische Regierung so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man begehen kann und da sollten sich die Zuständigen in Washington nicht wundern, dass die anderen NATO-Partner bei diesem Blödsinn nicht mitmachen.

Etliche NATO-Länder haben den USA momentan Zugangs-, Stationierungs- und Überflugrechte verweigert und werden das wohl auch weiterhin tun. Daraufhin drohten die USA damit, die NATO zu verlassen, was allerdings inzwischen wohl kein Thema mehr ist. Stattdessen wollen die USA an Spanien ein Exempel statuieren und das Land aus der NATO ausschließen. Dazu droht Washington etwas schwammig damit, die Übersee-Interessen der europäischen NATO-Partner nicht länger schützen zu wollen, was insbesondere auf Großbritannien abzielt.

Doch das ist der Moment, an dem man vielleicht den Spieß umdrehen und den jenseits jeder Vernunft agierenden USA den NATO-Stuhl vor die Tür stellen sollte. Die USA sind heute eine noch größere Gefahr für die Welt als Russland und daher sollte die Zusammenarbeit mit dieser durchgedrehten Regierung so lange auf Eis gelegt werden, wie dieser Präsident mit seinem inkompetenten und korrupten Team an der Macht ist. Dass nach der Amtszeit des 47. Präsidenten die Beziehungen zu den USA wieder normalisiert werden können und müssen, ist klar. Doch in der Zwischenzeit sollten sich die NATO-Partner hüten, zu Komplizen der Verbrechen dieses Präsidenten zu werden. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und nicht etwa eine bunte Hilfstruppe für den Wahnsinn der US-Regierung.

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