Not for sale!
Sollte Donald Trump tatsächlich in Grönland zuschlagen, könnte er die Unterstützung seiner europäischen Adlaten verlieren. Denn Grönland ist und bleibt Teil Europas.
Der Süden Grönlands - als Teil Europas ist die Ansage an Trump deutlich - hands off! Foto: NASA Ames Research Center / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Will Donald Trump wirklich eine Situation schaffen, in der die übrigen 31 NATO-Mitglieder gar keine andere Wahl hätten, als sich dem amerikanischen Aggressor militärisch in den Weg zu stellen? Da Dänemark zur NATO gehört, würde ein militärischer Angriff den Artikel 5 der NATO-Verträge auslösen und die NATO-Mitglieder zur militärischen Verteidigung des angegriffenen Landes verpflichten. Auch, wenn der Aggressor die USA wären. Trumps verbale Amokläufe haben dann auch seinen Außenminister Marco Rubio veranlasst klarzustellen, dass die USA Grönland „kaufen“ und nicht erobern wollen. Aber wo hat der Mann nur das Schild „Zu verkaufen“ gesehen?
Es könnte sein, dass Donald Trump, besoffen von seiner Macht, zu hoch pokert. Denn er wird nur so lange der Babo sein, wie es Länder gibt, die ihm ergeben in jeden Wahnsinn folgen. Doch der Wahnsinn „Grönland“ könnte der Punkt sein, an dem sich die Dinge ändern. Denn langsam verstehen sogar die europäischen Spitzenpolitiker, dass sich in den USA etwas geändert hat. Die Skandinavier stellen sich geschlossen hinter Dänemark, die Niederländer reduzieren ihre Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten und nur die üblichen „Willigen“ stehen noch hinter Trump. Die Frage ist, wie lange die britische, die französische und die deutsche Öffentlichkeit noch diese Unterwerfung unter einen verhaltensgestörten Präsidenten akzeptieren werden.
Und plötzlich wird deutlich, wovor sich Donald Trump wirklich fürchtet – einem Amtsenthebungsverfahren. Die Art und Weise, wie er seine Parteikollegen vor dieser Möglichkeit warnte, spricht Bände. Und Trump hat Recht, sich vor so einem Verfahren zu fürchten, denn das könnte den Mann ganz schnell wieder vor Gericht bringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump die Midterm-Elections verliert, stehen hoch. In sämtlichen Umfragen, ohne Ausnahme, liegen die Demokraten teilweise deutlich vor den Republikanern und in der Tat, sollte Trump die Mehrheit im Kongress verlieren, wäre ein Amtsenthebungsverfahren eine sehr realistische Option, bevor der Mann die ganze Welt mit Feuer und Krieg überzogen hat.
In diesem Zusammenhang wäre es für Trump politischer Selbstmord, würde er tatsächlich versuchen, sich Grönland einzuverleiben. Denn dann würde er seine europäischen Follower verlieren, denn selbst seine treuesten Unterstützer in Europa würden in diesem Fall ihre eigene politische Zukunft riskieren, sollten sie einen US-Angriff auf europäisches Territorium gutheißen, wie sie es nach der Entführung Maduros noch getan hatten. Doch was bliebe Trump, sollte dieser Fall eintreten? Eine Minderheit der Amerikaner, die ihn nach wie vor toll findet, die Loyalität seines Kabinetts, in dem intellektuelle Überflieger wie Pam „Blondi“ Bondi, Robert Kennedy oder Pete Hegseth zeigen, dass man keinerlei Ahnung von irgendetwas braucht, um unter Trump Karriere zu machen, doch das reicht nicht mehr, um die Welt zu beeindrucken. Das System Trump funktioniert nur, wenn sich andere Staaten diesem System unterwerfen und es sieht so aus, als habe der POTUS hier ein Limit erreicht.
Die Frage, die sich stellt, lautet: Wie viel Schaden kann Trump noch vor den Midterm-Elections anrichten? Immerhin, seine Ziele sind zahlreich: Grönland, Venezuela, Iran, Kolumbien, Kuba – und letztlich will er die Kontrolle über den kompletten amerikanischen Kontinent haben, vom Norden Kanadas bis nach Feuerland. Und das übersteigt auch die Kapazitäten dieses irrlichternden Präsidenten, der gerade dabei ist, die Welt und auch die USA ins Unglück zu stürzen.
Schade, dass die „Koalition der Willigen“ gerade zu beschäftigt ist, sich um die „Causa Americana“ zu kümmern – stattdessen machen sie tolle Pläne, wie künftig der Frieden in der Ukraine zu organisieren ist. Dabei übersehen sie nur eine „Kleinigkeit“: Ohne die Zustimmung Russlands wird es nicht einmal einen Waffenstillstand geben und momentan deutet nichts darauf hin, dass die Russen hierzu bereit wären. Insofern könnten sich die „Willigen“ auch ihre unzähligen Sitzungen, Treffen, Gipfel etc. schenken, denn Russland wird diesen Krieg so lange weiterführen und weiter eskalieren lassen, wie es Putin passt.
Es wäre wünschenswert, wenn Trump & Co. möglichst schnell begreifen würden, dass Grönland nicht zum Verkauf steht, dass die USA gerade dabei sind, ihre eigene Unterstützerfront aufzulösen und dass das Land sich gerade isoliert. Trump ist das personifizierte Unglück Amerikas und es sieht so aus, als würde das inzwischen auch die Mehrheit der Amerikaner merken. So bleibt die Hoffnung, dass Trump es bis November nicht schafft, sein schlimmes Werk fortzuführen und dass er diese Midterm-Elections deutlich verliert. Und bis dahin sollten sich alle in Trumps Umfeld darüber klar werden, dass Grönland, Dänemark und Europa nicht zum Verkauf stehen und dass man keinerlei „Spezial-Operation“ in Grönland tolerieren wird.
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