Nur ein Schaumschläger…

… ist Donald Trump. Doch seine Auffassungsgabe scheint deutlich schneller zu sein als diejenige der europäischen „Schulhof-Gang“. Die begreift nämlich nicht so richtig viel.

Ein verhaltensgestörter Megalomane – aber er begreift die Lage in der Ukraine trotzdem schneller als seine europäischen Kollegen. Foto: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 2.0

(KL) – Nach seinem Telefonat mit Wladimir Putin telefonierte der amerikanische Präsident auch mit der europäischen „Schulhof-Gang“ Starmer, Macron, Merz und Tusk. In diesem zweiten Telefonat erklärte Trump seinen europäischen Adlaten, was die Welt seit mehr als drei Jahren auch ohne offizielle Erklärung sieht: Putin will keinen Frieden. Dass die Mächtigen der Welt mehr als drei Jahre brauchen um zu begreifen, dass Putin seinen völkerrechtswidrigen Krieg nicht aufgrund seines „Friedenswillen“ gestartet hat, ist beunruhigend. Und das, was sie in ihrem Telefonat von Trump forderten, ist es auch, denn auch das deutet darauf hin, dass man in Europa immer noch nicht verstanden hat, was Sache ist.

Es ist nicht mein Krieg“, erklärte Trump seinen wissbegierigen europäischen Helfern, „wir haben uns da in etwas hineinziehen lassen, was wir nicht hätten zulassen sollen“. Doch da hörte die Schulhof-Gang wohl auch nicht sehr aufmerksam zu, denn als Trump in Aussicht stellte, dass „es im Vatikan Gespräche auf niedrigerer Ebene“ geben könnte, beeilte sich die Schulhof-Gang zu fordern, dass das Ergebnis solcher Gespräche nur ein „bedingungsloser Waffenstillstand“ sein dürfe, den Russland zu akzeptieren habe.

Immerhin, Trump, dessen großmäulige Ansage, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden zu wollen, wie eine Seifenblase geplatzt ist, bemängelte den Ausdruck „bedingungslos“, was nachvollziehbar ist, da Russland bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Bedingungen für die Aufnahme von Gesprächen über einen Waffenstillstand wiederholt – wer in dieser Situation noch von einem „bedingungslosen Waffenstillstand“ spricht, der hat die Situation tatsächlich nicht begriffen. Besonders beruhigend ist es allerdings nicht, dass unsere Staats- und Regierungschefs auch nach drei Jahren des Kriegs immer noch nicht verstanden haben, mit wem sie es zu tun haben und dass Russland nicht im Geringsten bereit ist, irgendwelche Zugeständnisse zu machen, schon gar nicht gegenüber der Schulhof-Gang, die sich zwar permanent im Säbelrasseln und Drohen übt, doch ist jedem und vor allem dem Kreml klar, dass es sich um leere Drohungen handelt.

Inzwischen wird schon als „Erfolg“ gefeiert, dass die Ukraine eventuell weiterhin Waffen in den USA kaufen darf. Finanziert werden diese Waffenkäufe sicherlich von den Europäern, denen nach drei Jahren des Kriegs nichts anderes einfällt, als weiterhin das zu tun, was sich als wenig erfolgversprechend herausstellt, nämlich die endlose Verlängerung und weitere Eskalation dieses Kriegs. Es ist für die Mitglieder der Schulhof-Gang vermutlich einfacher, dem ukrainischen Präsidenten auf dessen Weg hinterherzudackeln, als selbst nachzudenken und nach Lösungen zu suchen.

Dass Trump nun wesentlich schneller als die Europäer begriffen hat, dass Putin nicht am Frieden und nicht an einem Waffenstillstand interessiert ist, das zeigt, dass der Mann wenigstens Berater hat, die ihn beraten und nicht nur Hofschranzen wie die Europäer, deren Berater sich offenbar darauf beschränken, ihren jeweiligen Chefs nur das zu erzählen, was diese hören wollen.

Aber ob die Europäer mit dieser Situation klarkommen werden? Die USA sind auf dem Absprung und die Europäer werden mit der Lage in der Ukraine alleine klarkommen müssen. Wie erfolgreich es ist, unbegrenzt Geld und Waffen in die Ukraine zu pumpen, das sieht man seit drei Jahren. Auch, wenn das intellektuelle Klimmzüge für die Schulhof-Gang erfordern wird, so werden die stets und auch in Kiew gut gelaunten Mitglieder dieser Gang nicht umhin kommen, sich Gedanken zu machen, wie es in der Ukraine weitergehen soll. Allerdings steht zu befürchten, dass ihnen dabei nicht viel Neues einfällt – und einmal mehr bleibt die Feststellung, dass diejenigen, die unter den intellektuellen Defiziten der Schulhof-Gang zu leiden haben, die Ukrainer sind. Aber was die Ukrainer denken, wollen oder sich wünschen, das spielt in diesem Krieg ohnehin keine Rolle. Sonst würde man sie ja mal fragen.

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