Offen – geschlossen – ein wenig offen – ein wenig geschlossen…

Die Straße von Hormuz ist weiterhin Schauplatz seltsamer Dinge. Fast hat man schon vergessen, dass diese Meerenge vor dem US-Angriff auf den Iran immer offen war.

An dieser Meerenge werden sich sehr viele Dinge entscheiden, die die ganze Welt betreffen. Foto: Wikideas1 / Wikimedia Commons / CC0 1.0

(KL) – Die Meldungen rund um den Iran und vor allem die Straße von Hormuz, die in Trumps Babysprache „Straße des Iran“ heißt, überschlagen sich und widersprechen sich zum Teil. Wer daran glaubt, dass sich nun alles zum Guten wenden wird, der riskiert eine schwere Enttäuschung.

Momentan, so die Ankündigung der USA, ist die Straße von Hormuz wieder für die kommerzielle Schifffahrt geöffnet. Allerdings, so die Präzisierung des Iran, nur auf einer vorgegebenen Strecke und nur, so lange die vereinbarte 10tägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon eingehalten wird. Ach ja, so die Präzisierung der USA, die iranischen Häfen bleiben weiterhin blockiert. Auf diesem Chaos, das noch dazu mit zahlreichen Konjunktiven versehen ist, dürfte sich nur schwer ein „Friedensabkommen“ aufbauen lassen. Und die Frage stellt sich, ob das wirklich so wünschenswert ist, denn was dort in der Praxis passiert, ist dass ein inkompetentes und verhaltensgestörtes Regime (USA) ein mörderisches und verbrecherisches Regime (Iran) immer weiter festigt.

Dazu verkünden die USA, dass der Iran seinen „Atomstaub“ (womit Washington das angereicherte Uran meint, das tief unter der Erde im Iran lagert), an die USA zu übergeben bereit ist und sich auf ein 20jähriges Moratorium für den Bau von Atomwaffen einlassen würde. Hierfür, so Washington, würde der Iran „keinen Cent“ bekommen, doch ist wahrscheinlich, dass der Iran versucht, im Gegenzug in den USA rund 20 Milliarden Dollar an dort eingefrorenen iranischen Geldern loszueisen.

Zwar verkündeten die USA, dass sie Israel „verboten“ haben, weiterhin den Libanon zu bombardieren, doch dürfte auch diese Feuerpause nicht sehr stabil sein. Es reicht, dass die Hesbollah Angriffe auf Israel startet und die Feuerpause ist vorbei, was dann wiederum bedeuten könnte, dass die Straße von Hormuz direkt wieder geschlossen wird.

Doch das, was für die Iraner am schlimmsten ist, ist dass die USA das barbarische Mullah-Regime immer weiter stärken, obwohl dieses praktisch täglich Hinrichtungen durchführt, Oppositionelle verhaftet und Schauprozesse veranstaltet. Durch die Verhandlungen mit den USA kann sich dieses Nachfolge-Regime immer weiter festigen, von „Regimewechsel“ spricht niemand mehr, und die Lebensbedingungen der Iraner verschlechtern sich weiter von Tag zu Tag.

Es wird noch sehr lange dauern, bis sich die Lage im Nahen und Mittleren Osten wieder beruhigen wird, falls dies jemals geschehen wird. Die durch diesen Krieg verursachten Schäden sind immens und erneut sind so viele Menschen ums Leben gekommen, dass sich der Hass auch über die nächsten Generationen fortsetzen kann.

Dass sich die USA wieder selber loben, unglaubliche Erfolge verkünden, sich für die Größten, Schönsten und Besten halten, das ist man inzwischen gewohnt und niemand nimmt die Washingtoner Clown-Truppe noch wirklich ernst. Doch muss man festhalten, dass das, was um den Jahreswechsel im Iran stattfand, nämlich eine Revolution, von den USA komplett ausgehebelt wurde und auch dieser mehrfache Verrat am iranischen Volk ist nicht etwa ein „Erfolg“ der USA, sondern ein politischer, diplomatischer und intellektueller Offenbarungseid dieser Regierung, die offenbar bereit ist, die Welt in Schutt und Asche zu legen, wenn sie damit verhindern kann, dass die Epstein-Files veröffentlicht werden. Wie sehr wünscht man sich doch, diesen Präsidenten und seine Adlaten in Den Haag auf einer Anklagebank zu sehen…

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