Papst Leo und der blasphemische Präsident
Dankenswerterweise erinnert Papst Leo immer wieder daran, dass Kriege unmenschlich sind und die Bombardierungen aufhören müssen. Und Trump schäumt vor Wut.
Um solche Bilder von sich selbst zu veröffentlichen, muss man schon einen ganz schönen Sprung in der Schüssel haben... Foto: Donald Trump, AI-generated work / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Was ist der Unterschied zwischen Papst Leo und Donald Trump? Papst Leo ist von Amts wegen der „Stellvertreter Gottes auf Erden“ und Donald Trump hält sich selbst für „Gott auf Erden“. Nur, der eine ist es und der andere hält sich nur dafür, was erklärt, warum es sich Trump mit seinen Wasserträgern permanent erlaubt, den Papst du kritisieren, ihm Ratschläge zu geben, zu welchen Themen dieser sich äußern soll und wenn das alles nicht reicht, verlegt sich Trump darauf, was er am besten kann – lügen.
„Der Papst findet es OK, wenn der Iran Atomwaffen hat und damit gefährdet er weltweit Katholiken“, polterte Trump und das war die gleiche Lüge, die auch schon Friedrich Merz abbekommen hatte. Niemand hat je behauptet, dass er es OK fände, wenn das mörderische Regime des Iran, das von Trump gerade massiv gestärkt wird, die Atombombe hätte. Im Übrigen hatte Trump selbst nach dem 12-Tage-Krieg behauptet, das iranische Atomprogramm sei „vollständig zerstört“ worden, was dann ja wohl auch eine Lüge war.
Es ist geradezu wohltuend, dass Papst Leo immer wieder darauf hinweist, dass Kriege und Töten unchristlich seien, auch, wenn diese Aussagen dann wieder Trump und seine Ohrenbläser motivieren, sich an diesem Papst abzuarbeiten. Wie Marco Rubio, der so gerne Kuba „bezwingen“ will und der dem Papst rät, sehr vorsichtig in seinen Aussagen zu sein, wenn es „um Theologie und Krieg“ geht. Klar, wenn es um Theologie geht, ist der verurteilte Straftäter Trump die eindeutig höhere Instanz als der „Stellvertreter Gottes auf Erden“. Darauf einen Jim Beam mit Pete Hegseth und Kash Patel!
Dass Trump und seine Loser- und Alkoholiker-Truppe nicht die Hellsten sind, zeigt sich deutlich in dieser geradezu grotesken Auseinandersetzung, die Trump & Co. ständig mit dem Papst suchen. Denn das bigotte Theater, dass diese Administration abzieht, beispielsweise mit den KI-generierten Bildern, die Trump als Papst, als Jesus und als Weltenretter zeigen, wird von den amerikanischen Christen als blasphemisch und widerwärtig empfunden. Diese verqueren Religionsbezüge, mit denen Trump versucht, seinen MAGA-Jüngern zu vermitteln, dass er einen Draht nach ganz oben hat, kosten ihn und sein Team täglich Stimmen und Zustimmung. Aber das begreift Trump nicht und seine Aktentaschenträger trauen sich nicht, ihm das zu sagen.
Wären die Folgen des Washingtoner Wahnsinns nicht so katastrophal für die ganze Welt, wäre „Das Weiße Haus“ eine witzige Soap Opera. Doch an den Händen dieser US-Regierung klebt täglich mehr Blut und wenn Marco Rubio schon großspurig von „Moral“ spricht, dann muss man festhalten, dass die USA unter Trump keinen Deut besser als das russische Regime sind und es von der Verderbtheit her auch mit den Mullahs aufnehmen können. Und gerade da ist es wichtig, dass Papst Leo nicht müde wird, als einer der Letzten den Krieg zu verdammen und Frieden einzufordern. Mehr als eine Milliarde Katholiken auf der Welt hören seine Botschaft der Vernunft und das hat mehr Wirkung, auch in den USA, als das kindische, blödsinnige und verlogene Gebrabbel eines egomanen, megalomanen, mythomanen und paranoiden Straftäters.
Das völlig gestörte verbale Armdrücken, das Trump mit Papst Leo veranstaltet, wird ihn im November die Mehrheit im Kongress kosten, wobei natürlich auch sein Versagen in allen anderen Bereichen zum Tragen kommen wird. Trump soll sich nur weiter an Papst Leo abarbeiten, er soll ruhig weiter pseudo-allegorische KI-Bilder posten, die ihn als Heiligen darstellen – das alles wird ihm nur schaden und es zeigt den Amerikanern, dass der Mann wirklich nicht mehr zurechnungsfähig ist. Hoffentlich erinnern sich die amerikanischen Wähler an all das im November.
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