Russische Drohnen über NATO-Gebiet
Nach einem russischen Drohnenschwarm über polnischem Staatsgebiet wurden am Samstag auch solche Drohnen in Rumänien gesichtet. Aber was steckt dahinter?
Russische Drohnen über der Ukraine, über Polen und auch über Rumänien. Was steckt dahinter? Foto: npu.gov.ua / Wikimedia Commons / CC-BY 4.0int
(KL) – Die NATO ist nervös und reagiert. Denn die russischen Drohnen, die sowohl in Polen als auch in Rumänien gecrasht sind oder gesichtet wurden, ohne glücklicherweise größere Schäden anzurichten, werden als Angriff auf NATO-Gebiet betrachtet und lösen damit entsprechende Reaktionen aus. Dennoch sollten diese Zwischenfälle genau untersucht werden, denn momentan sind viele verschiedene Optionen bei diesen Zwischenfällen denkbar.
Auf den ersten Blick sieht es nach einer russischen Provokation aus, immerhin handelt es sich um russische Drohnen. Durch einen technischen Fehler fehlgeleitet? Eine gezielte Provokation, um die NATO in all ihrer Schwäche bloßzustellen? Oder handelt es sich am Ende um eine ukrainsiche Aktion, um die NATO zum Einsatz zu zwingen? Es wäre nicht das erste Mal, dass die Ukraine ihre Unterstützer angreift, um diese zu einer härteren Gangart gegenüber Russland zu manipulieren. Man denke nur an die Anschläge auf die Pipeline Nord Stream 2, von denen man heute weiß, dass es sich um eine ukrainische „False Flag-Aktion“ handelte, die zum Ziel hatte, den Westen zu motivieren, aktiv in diesen Krieg einzugreifen.
In einem Krieg, der nicht nur militärisch an der Front, sondern auch an der Kommunikations-Front mit Propaganda und Lügen von allen Seiten geführt wird, sollte man bei allen Ereignissen sehr genau hinschauen und nicht einfach dem glauben, was von den Kriegsparteien erzählt wird. In der aktuellen Situation ist wieder einmal alles möglich und die NATO muss aufpassen, sich nicht in eine riesige Auseinandersetzung ziehen zu lassen, nur weil eine der Seiten Behauptungen aufstellt, die nicht oder nur schwer zu überprüfen sind.
Natürlich ist absolut möglich und denkbar, dass Russland gerade dabei ist, die NATO zu testen. Es ist sogar wie wahrscheinlichste Option, doch gibt es auch andere, die unbedingt überprüft werden müssen. Bereits seit langer Zeit ist klar, dass die Ukraine die russische Armee nicht wieder aus dem Land werfen kann, was ja sogar Selenskyi schon gesagt hat. Also braucht er die militärische Unterstützung der NATO, nachdem klar geworden ist, dass Schaumschläger Trump nicht in der Lage ist, einen wie auch immer gearteten Friedensprozess zu initiieren. Dass die Europäer hierzu schon überhaupt nicht in der Lage sind, sieht man seit mehr als dreieinhalb Jahren. Und immer wieder gab es Situationen, in denen Selenskyi versuchte, die NATO zu militärischer Unterstützung zu bewegen, was ja auch teilweise geklappt hat.
Es geht nicht darum, Zweifel zu säen, es geht auch sicher nicht darum, russische Narrative zu verbreiten. Es geht darum, dass man im Westen aufpassen muss, sich nicht in den nächsten Weltkrieg hinein manipulieren zu lassen, der verheerende Folgen für alle Beteiligten hätte.
Einige der Drohnen, die in Polen und Rumänien gecrasht sind, hätten ja durchaus auch Ziele treffen, Zerstörungen anrichten oder Menschenleben kosten können. Das taten sie aber nicht. Insofern ist eine russische Provokation ebenso denkbar wie eine „False-Flag-Operation“ und bevor man, wie auch im Fall von Nord Stream 2, nicht genau weiß, wer für was verantwortlich ist, sollte man sich hüten, vorschnell Konsequenzen zu ergreifen.
Doch nun fordert die Politik im Westen „kraftvolle Reaktionen“, doch sagt niemand, was das konkret bedeuten soll. Frankreich bereitet sich auf einen aktiven Kriegseintritt vor und hat die bereits völlig überlasteten Krankenhäuser aufgefordert, Notfallpläne für die Aufnahme zahlreicher, an der Front verwundeter Soldaten zu entwickeln.
Momentan ist eigentlich nur eines wirklich klar – mit dem politischen Personal, das momentan in Ost und West am Ruder ist, wird dieser Krieg nicht enden. Die einen wollen nicht, die anderen können nicht. Und so wird dieser Krieg noch Jahre weitergehen. Ein Krieg, der jeden einzelnen Tag 172 Millionen Dollar kostet.
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