Schlachtfeld Straße von Hormuz
Der Iran-Krieg eskaliert immer weiter, die Straße von Hormuz wird zum Schlachtfeld. Doch so einfach, wie sich das die Amerikaner vorstellen, wird es nicht.
Haben die Amerikaner übersehen, dass die iranischen Revolutionsgarden seit über 10 Jahren für eine Situation wie heute trainieren? Foto: Hossein Zohrevand / Wikimedia Commons / CC-BY 4.0int
(KL) – Frachter werden in der Straße von Hormuz angegriffen und geentert, mal von den Amerikanern, mal von den Iranern und was die Amerikaner offensichtlich unterschätzen, sind die hoch trainierten Revolutionsgarden mit ihren kleinen Schnellbooten. Diese sind deutlich wendiger und schneller als die großen Kriegsschiffe der Amerikaner, die sich wohl verschätzt haben, als sie verkündeten, dass der Iran praktisch verteidigungsunfähig sei. Dabei ist seit weit über 10 Jahren bekannt, dass sich diese Revolutionsgarden genau auf eine Situation wie heute vorbereiten, natürlich über mehr Erfahrungen in diesem Gebiet verfügen und bereit sind, bis zum Äußersten zu kämpfen, denn sollten die Revolutionsgarden, die heute die faktischen Herrscher im Iran sind, diesen Krieg verlieren, dürfte es ihnen gleich von mehreren Seiten an den Kragen gehen.
Der amerikanische Präsident hat sich durch seine großmäuligen Sprüche in eine Lage gebracht, in der ihm irgendwann nichts anderes übrigbleibt, als die großflächigen Bombardierungen des Iran wieder aufzunehmen. Irgendwann kann er auch seine Ultimaten nicht zum xten Mal verschieben, denn seine Glaubwürdigkeit sinkt selbst in den USA rapide ab.
Nur – der Iran ist offensichtlich wirklich besser auf die aktuelle Situation vorbereitet. So droht Teheran damit, seine gesamte Ölproduktion einzustellen, wenn die Amerikaner wieder angreifen, was die momentane Energiekrise noch weiter verschärfen würde. Angesichts der vom Iran produzierten Energie-Mengen wäre das ein erneuter Schlag gegen die Weltwirtschaft und aus Ländern wie China kommt bereits massivste Kritik am amerikanischen Vorgehen.
Dass dieser Krieg, den Trump wie Putin seinen Angriffskrieg in der Ukraine eine „Spezialoperation“ nennt, von den USA ohne Konzept und Strategie geführt wird, ist eine Sache. Die Ankündigung, die iranische Zivilisation auslöschen zu wollen, Brücken und Energieanlagen zu zerstören, ist die Ankündigung eines Kriegsverbrechens, das den Amerikanern auch nicht gut zu Gesicht stünde. Und während dieses Hin und Her, stärken die USA täglich weiter das neue Regime im Iran, das eindeutig von den Revolutionsgarden geleitet wird, die ihrerseits die iranische Bevölkerung bedrohen, die weiterhin Oppositionelle verhaften, foltern und fast täglich Hinrichtungen durchführen, verbunden mit der Warnung, dass jeder, der gegen das Regime aufbegehrt, das gleiche Schicksal erleiden wird.
Dass der US-Präsident noch die Stirn hat zu behaupten, dass es im Iran einen Regimewechsel gegeben habe, ist nackter Zynismus. Das „neue“ Regime ist eine noch brutalere Version des „alten“ Regimes und die USA haben dafür gesorgt, dass dieses neue Regime sein Volk noch brutaler knechten kann als zuvor.
Der Krieg im Iran und der Krieg um Energie-Ressourcen ist noch lange nicht vorbei, im Gegenteil. Die Lage in der Straße von Hormuz ist immer angespannter und dass nun immer häufiger Handelsschiffe angegriffen werden, deutet auf eine weitere Eskalation hin. Und so, wie es aussieht, ist die amerikanische Aussage, man haben einen „totalen und historischen Sieg“ erzielt, falsch. Der Iran mit seinem Horror-Regime ist nicht besiegt und jeder weitere Schritt der Amerikaner wird die Zivilbevölkerung treffen.
Nach Berichten aus dem Iran befindet sich die iranische Bevölkerung in der schrecklichen Lage, dass sie praktisch das Haus nicht verlassen kann, ohne Gefahr zu laufen, von den Revolutionsgarden aufgegriffen oder angegriffen zu werden, es aber gleichzeitig für den Fall neuer amerikanischer Bombardierungen keinerlei Schutzräume oder andere schützende Einrichtungen gibt – die Iraner stehen zwischen zwei Fronten, sind unbewaffnet, es fehlt am Notwendigsten. Doch das interessiert die Mächtigen der Welt kaum, es tobt der Krieg um Energie-Ressourcen und wenn die Kämpfe im ganzen Mittleren Osten weitergehen, wird bald auch noch der Krieg um Trinkwasser dazu kommen. Die Lage ist finster und sie wird sich weiter verfinstern.
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