Schlechte Nachrichten für amerikanische Schokolade-Fans
Die 39 % Strafzoll auf Schweizer Produkte könnten eine positive Auswirkung auf die chronische Überfettung der Amerikaner haben – Schweizer Schokolade können sich nur noch Reiche leisten.
Schweizer Schokolade - für Amerikaner bald unerschwinglich. Prima, dann bleibt mehr für uns... Foto: bigbirdz / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0
(KL) – Schokolade ist in letzter Zeit richtig teuer geworden, was jeder Schokoladen-Liebhaber in Europa und den USA bereits gemerkt hat. Das lag zunächst an schlechten Ernten in den wichtigsten Anbauländern der Kakaobohne, beispielsweise in der Elfenbeinküste oder Ghana. 2024 schnellte der Preis für Kakao von 3000 Dollar auf bis zu 11000 Dollar pro Tonne, was natürlich Auswirkungen auf die Preise hatte. Und jetzt kommt Donald Trump, knallt 39% Strafzoll auf Schweizer Schokolade und damit wird Schweizer Schokolade in den USA nahezu unerschwinglich, während die Schokoladen-Industrie in der Schweiz ächzt und bereits rechnet, wie viele Arbeitsplätze diese Entwicklung wohl kosten wird.
Schokolade gehört (verständlicherweise) zu den Exportschlagern der Eidgenossen. Immerhin streiten sich die Schweizer und die Belgier darum, wer die beste Schokolade der Welt herstellt und da liegen die Schweizer vorne. Top-Qualität. Aber irgendwann eben nicht mehr bezahlbar. Dabei ist Schokolade ein echter Wirtschaftsfaktor für Schweiz – die 60.000 Tonnen Schokolade, die jährlich von der Schweiz exportiert werden, stellen einen Wert von 422 Millionen Schweizer Franken dar.
Aber die Alarmrufe des Verbands der Schokoladehersteller „Chocosuisse“ sind dennoch etwas seltsam und die Forderung nach konzertierten Aktionen fast unverständlich. Denn es ist keinesfalls so, dass die USA der größte Importeur von Schweizer Schokolade sind. Hauptabnehmer für Schweizer Schokolade ist Deutschland, das mehr als die Hälfte der Schweizer Schokoladen-Exporte kauft (rund 32000 Tonnen). Es folgen Großbritannien (ca. 13000 Tonnen), Frankreich (ca. 12600 Tonnen), Kanada (rund 11500 Tonnen und die USA kommen erst auf Platz fünf mit 9600 Tonnen. Diese Importe verteuern sich jetzt um 39 % und man könnte sagen, dass die Amerikaner dann eben Pech gehabt haben, dass sie keine gute Schokolade mehr kaufen können.
Die Schweizer Wirtschaft wird an diesen Strafzöllen nicht zugrunde gehen, aber ärgerlich sind diese erratischen Zölle eben doch. Zwar verzichtet die Schweiz darauf, mit entsprechenden Gegenzöllen zu reagieren, doch dies ist nur deshalb möglich, weil es andere Absatzmärkte für Schweizer Produkte geben wird.
Sehen wir es positiv – während die Amerikaner künftig qualitativ minderwertige Schokolade essen müssen, bleibt mehr Top-Schokolade für uns in Deutschland und Frankreich übrig. Was an dieser Entwicklung für die USA so umwerfend gut sein soll, das wird Donald Trump irgendwann seinen Landsleuten erklären müssen. Denn die merken langsam, dass dieser Präsident Amerika nicht etwa wieder „great“ macht, sondern sein Land in eine Isolation treibt, wo ihm am Ende wohl nur noch sein Buddy Putin bleiben wird. Die Welt wird lernen, sich ohne die USA zu organisieren und Trumps Nachfolger wird auf eine Welt stoßen, die gar keine Lust mehr haben wird, mit den USA Geschäfte zu machen und die sich anderweitig organisiert haben wird. Darauf erstmal ein Täfelchen…
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