Schönen 1. August, liebe Schweizer!
Seit 1891 feiert die Schweiz den Bundesfeiertag, ihren Nationalfeiertag. Der historische Hintergrund für den Anlass dieses Feiertags, nämlich der „Rütli-Schwur“, ist zwar nicht ganz klar, aber das ist vollkommen egal.
Heute, am 1. August, feiert sich die Schweiz selbst. Prösterchen! Foto: Stefan Kühn / Wikimedia Commons / CC0 1.0
(KL) – Wie war denn das nun, am 1. August 1291? War das wirklich der Tag des Rütli-Schwurs, der die Gründung der Eidgenossenschaft besiegelte? Der Chronist Aegidius Tschudi war zwar der Ansicht, dass der Rütli-Schwur eher am „Mittwoch vor Martini 1307“, also am 8. November 1307 stattfand, aber fast 800 Jahre nach diesem Ereignis, ist das eigentlich egal. Tatsache ist, dass sich die Eidgenossenschaft auf den 1. August 1291 festgelegt hat und damit eine uralte Struktur ist, viel älter als beispielsweise die Bundesrepublik Deutschland, und dass die Schweizer seither immer ihren eigenen Kopf, ihre Neutralität und ihre Freiheit bewahrt haben. Genau das feiert die Schweiz heute an und wir, als gute Nachbarn, heben ebenfalls ein Gläschen auf ihr Wohl.
Der Rütli-Schwur war ein Verteidigungsabkommen, mit dem sich die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden gegenseitigen Beistand versprachen. Die Historiker raufen sich zwar heute die Haare und schlagen sich gegenseitig Dokumente um die Ohren, die belegen, dass es vergleichbare Verteidigungsabkommen offenbar schon seit 1251 gab, aber was macht das schon?
Als Feiertag wird der 1. August also erst seit etwas mehr als einem Jahrhundert begangen und wie es der Zufall so will, fiel die 700-Jahr-Feier des Rütli-Schwurs genau auf den Tag der 600-Jahr-Feier der Hauptstadt Bern, wo man eben diesen 1. August als Gründungstag der Eidgenossenschaft festlegte. Wie passend. Und gleichzeitig, wie nachvollziehbar.
Die Schweizer dürfen auf ihr Land stolz sein. Im Herzen Europas gelegen hat es das kleine Alpenland geschafft, seine Freiheit und Unabhängigkeit durch alle Wirren der Geschichte zu bewahren. Dass ansonsten auch in der Schweiz nicht alles Gold ist, was glänzt, ist wenig überraschend – das „perfekte Land“ gibt es eben nicht. Aber den Schweizern muss man lassen, dass sie sich ein politisches System gegeben haben, das derartig basisdemokratisch mit seinen „Votationen“ und extrem kurzen Amtszeiten der Regierungschefs organisiert ist, dass die Schweiz nie in die Falle von Führern, Tyrannen oder selbstherrlichen Staatschefs gefallen ist. Und das wird auch so schnell nicht passieren.
Ein ganz besonderes Dankschön für die Erfindung der Toblerone und einiger anderer Spezialitäten, aber auch dafür, dass dieses Land in den Wirren der Zeit einen ziemlich geraden Kurs hält. Also erheben wir heute unser Glas auf euch, liebe Schweizer! Grüezi mitenand!
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