So ganz ohne Trump können die Europäer auch nicht…
Deutschland und die EU haben sich nicht entblödet, Beobachter zu Trumps „Friedensrat“ zu entsenden, statt diesen Anschlag auf die UNO komplett auszubremsen.
Manchmal sieht es so aus, als würde Trump während seiner Eigenlob-Tiraden einschlafen. Foto: The White House / Wikimedia Commons / PD
(KL) – Was bitteschön hatten die EU und Deutschland auf dem Treffen des „Board of Peace“ verloren? „Sleepy Don“ hatte gerufen, und die „Weltenführer“ aus Ungarn, Argentinien, Katar und sogar der FIFA waren nach Washington gekommen, um Donald Trump die Ehre zu erweisen. Der US-Präsident, für den die lange Sitzung wohl etwas zu anstrengend war, so dass er sich ein Nickerchen gönnte, ist auf Lebzeiten der einzige Chef und Bestimmer in dieser „kriminellen Vereinigung“, die einige der übelsten Diktatoren der Welt zusammenbringt. Doch selbst dieses Treffen bekam Trump nicht richtig hin. Und Deutschland und die EU hätten besser daran getan, das Treffen dieses höchst seltsamen Gremiums einfach zu ignorieren, statt es durch ihre Anwesenheit auch noch aufzuwerten.
Geradezu witzig war, dass die Vertreter aus Belarus, die sich sofort für dieses Gremium angemeldet hatten, keine Visa für die USA erhielten und folglich nicht teilnehmen konnten. Aber diejenigen, die da waren, haben jetzt große Friedenspläne, insbesondere für Gaza, wo die Amerikaner einen Super-Deal vermuten – so fiel der Satz, dass das Immobilien-Potential des Gaza-Streifens auf „rund 50 Milliarden Dollar“ geschätzt wird, die natürlich in den Taschen von amerikanischen Bauunternehmern und der Familie Trump landen sollen. Um dieses Immobilien-Projekt in die Wege zu leiten, muss jetzt nur noch die Hamas entwaffnet werden, aber darum wird sich Trump dann selber kümmern. Immerhin ist er der Chef der Welt und tut, was ihm passt. Begleitet vom Applaus seiner Diktatoren-Freunde, die sich im „Board of Peace“ treffen, wo der verhaltensgestörte US-Präsident meint, die Weltgeschicke leiten zu können.
Weil Trump aber eine so gute Seele ist, deren Handeln nach seinen Aussagen sogar „Gott stolz macht“, dürfen seine Diktatorenfreunde mit ihm an einem Tisch sitzen und zuhören, was Trump so vorhat. Mit „Frieden“ hat das zwar alles nicht viel zu tun, dafür aber mit „Business“ und das auch nur, wenn der Trump-Clan dabei der Hauptverdiener ist. Es geht also nicht um die USA, nicht um die Länder in Konfliktsituationen, sondern um die persönliche Bereicherung des Trump-Clans. Natürlich werden seine Helferlein Leavitt, Bondi, Noem, Rubio und die anderen dieses seltsame Gremium bejubeln und Trump gleich wieder für den Friedensnobelpreis ins Gespräch bringen, kurz bevor der Präsident einen Angriff auf den Iran plant – doch die Mollahs im Iran sind schlau und werden Trump schon rechtzeitig einen Öl-Deal anbieten, um sich weiter an der Macht zu halten.
Dass dieser „Friedensrat“ eine reine Farce ist, das sieht die ganze Welt. Bis auf Deutschland und die leider deutsch dominierte EU-Kommission – dass beide „Beobachter“ zu diesem Treffen nach Washington geschickt haben, ist eine diplomatische Peinlichkeit, die zeigt, dass man in Brüssel und Berlin zwar gerne forsche Sprüche schwingt, aber dann doch gegenüber Trump wieder den Schwanz einzieht.
Die europäischen Länder, bis auf Ungarn, das eigentlich eher zur Russischen Förderation gehört und dem Kosovo, haben darauf verzichtet, Trumps seltsamen Verein durch ihre Anwesenheit aufzuwerten. Was aber reitet Brüssel und Berlin, gegen die UNO und für Trump zu agieren – bekommt man in diesen beiden Städten nicht mit, was Trump gerade weltweit anstellt?
Die Geschicke der Welt sollten nicht in den Händen eines greisen Straftäters liegen, dessen Administration in erster Linie damit beschäftigt ist, seine Straftaten zu vertuschen und diejenigen zu verfolgen, die diese Straftaten offen diskutiert sehen wollen. Trumps „lebenslange“ Führung dieses „Friedensrats“ ist ebenso eine Farce wie die Zusammensetzung dieses Gremiums, das keinerlei Gewicht auf der Weltbühne hat. Und dass Trump, das ist wohl seinem hohen Alter geschuldet, inzwischen häufig bei seinen Meetings einschläft, das stellt ihn auf eine Stufe mit Joe Biden, den Trump immer wieder als „Sleepy Joe“ bezeichnet hat. Im Grunde ist das egal, doch sollten jetzt alle daran arbeiten, dass „Sleepy Don“ sich nicht weiter als Herrscher der Welt aufführt – denn er richtet bei allem, was er macht, unglaubliche Schäden an. Für die USA und für den Rest der Welt.
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