Solidarität mit dem Iran
Die Nachrichten aus dem Mittleren Osten sind entsetzlich, die USA mit ihrer „Epic Fury“ machen sich daran, den ganzen Iran und die Weltwirtschaft zu zerstören. Das muss enden.
(KL) – Es war eine stille und beeindruckende Demonstration der Solidarität mit dem Iran gestern auf dem Straßburger Kléber-Platz. Im Kreis waren Porträts von Iranern und Iranerinnen aufgestellt, die während des Aufstands im Iran zu Beginn des Jahres von den Revolutionsgarden getötet worden waren. Jedem Passanten war klar, dass es sich hier nur um einen kleinen Ausschnitt der Opfer des mörderischen Mullah-Regimes handelte, denn die tatsächlichen Opferzahlen gehen in die Zehntausende. Doch so richtig und wichtig diese Demonstrationen der Solidarität mit dem iranischen Volk sind, so drängender wird auch die Frage, was wir in Europa für die Iraner tun können, um sie in ihrem Kampf um Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenrechte zu unterstützen.
Dass der Kampf des iranischen Volks nicht in Vergessenheit geraten darf, ist klar. Dazu tobt inzwischen ein brutaler Krieg im ganzen Mittleren Osten, da sich der verhaltensgestörte US-Präsident wie fast immer in seinen Einschätzungen täuscht – der Iran und seine Regierung sind weder vernichtet, noch handlungsunfähig, wie man täglich an den immer brutaler werdenden iranischen Angriffen auf die iranischen Nachbarstaaten erkennt.
So stellt sich zunächst die drängende Frage, wie dieser Krieg weiter verläuft. Momentan intensiviert sich dieser Krieg, entwickelt sich zum Flächenbrand, die wichtigsten Öl- und Gasfelder der Welt werden in Brand gebombt und der angeblich hilflose Iran schießt zwei Interkontinental-Raketen auf den 4000 km entfernten UK/US-Militärstützpunkt Diego Garcia ab und die Welt nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass die iranische Armee offenbar in der Lage ist, mit solchen Raketen die USA oder Europa zu treffen. Nimmt man dazu die unverhohlene Terrordrohung der Mullahs, so sind die Prioritäten klar. Dieser Krieg muss beendet werden, bevor er gar nicht mehr beendet werden kann.
Dass auch bei uns Demonstranten auf diese unglaublich explosive Situation hinweisen, ist richtig und aller Ehren wert. Warum die Demonstranten allerdings die Rückkehr von Shah-Sohn Reza Pahlavi fordern, ist schleierhaft. Zum einen ist jetzt noch nicht der Punkt gekommen, an dem man über einen Iran nach dem Mullah-Regime nachdenken kann, denn das Regime ist immer noch an der Macht. Zum anderen braucht der Iran künftig an seiner Spitze weder den Sohn von Ali Khamenei, noch den Sohn des letzten Shahs. Der Blutzoll, den die Iraner an die Mullahs und an den letzten Shah entrichten mussten, schließt beide Optionen aus – weswegen seit dem Aufstand im Januar die Demonstranten in den iranischen Städten skandieren „Weder die Mullahs, noch der Shah“.
Natürlich wird es Alternativen sowohl für die Mullahs, als auch für den Shah-Sohn geben – denn ansonsten gerät der Iran vom Regen in die Traufe. Niemand außer dem iranischen Volk sollte über die Zukunft des Irans bestimmen, und mit dem NCRI und dem 10-Punkte-Plan seiner designierten Präsidentin Maryam Rajavi liegt ein Konzept für einen demokratischen Übergang vor, der deutlich vielversprechender ist als die Aussagen Pahlavis oder der Mullahs.
Nichtsdestotrotz wird es wichtig bleiben, dass die Menschen auch bei uns solidarisch mit dem iranischen Volk bleiben. Hierbei muss man hoffen, dass sich Wege auftun, über die den Menschen im Iran konkret geholfen werden kann. Dass die USA hier keinerlei Lösungen anbieten werden, ist leider klar. Daher muss Europa aufmerksam bleiben und dem iranischen Volk zur Seite stehen, sobald dies möglich ist. Allerdings steht zu befürchten, dass der inzwischen auch in den USA unter massivem Druck stehende Straftäter Donald Trump noch enorme Schäden anrichten wird, überall dort, wo er eingreift. Fürchterliche Zeiten für den Iran, der wirklich Besseres verdient hat als ein Remake des Mullah- oder auch des nicht weniger kriminellen Shah-Regimes.

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