Straßburg gedenkt seiner Terroropfer

Am frühen Abend des 11. Dezember 2018 ermordete ein Amokläufer fünf Menschen auf dem und um den Straßburger Weihnachtsmarkt. Die Opfer sind nicht vergessen.

Der Abend des 11. Dezember 2018 war ein Albtraum. Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0

(KL) – Sie hießen Bartek Orent-Niedzielski, Antonio Megalizzi, Kamal Naghchband, Pascal Verdenne und Anupong Suebsamarn und sie hatten das Unglück, am Abend des 11. Dezember 2018 zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Ein jugendlicher Kleinkrimineller, der eigentlich an diesem Tag verhaftete werden sollte, hatte sich eine Pistole besorgt und lief in der Straßburger Innenstadt Amok, schoß wahllos auf Passanten, tötete fünf zufällig vorbeikommende Menschen und verletzte weitere Personen schwer. Gestellt wurde der junge Mann erst zwei Tage später, nachdem die Stadt in diesen zwei Tagen in einer Art Schockzustand war.

Niemand in Straßburg wird dieses Drama je vergessen können, das Trauma sitzt bis heute tief in der DNA der Stadt. Die Bilder dieses Abends waren schockierend, die Bilanz dieses Amoklaufs schrecklich. Fünf Menschen wurden getötet und da der Täter nicht sofort gefasst wurde, verbrachte Straßburg zwei Tage in der sehr konkreten Angst, dass dieser Albtraum noch nicht vorbei sei. Zum Glück wurde der Täter bei seiner Flucht von einer Patrouille in der Stadt angeschossen und verletzt, was verhinderte, dass er tatsächlich flüchten konnte. Er versteckte sich im Viertel Neudorf im Gebüsch einer Spedition, bevor er sich zwei Tage später eine Schießerei mit der Polizei lieferte, bei der er selbst erschossen wurde.

An diesem 11. Dezember 2018 verloren fünf Menschen ihr Leben und der Straßburger Weihnachtsmarkt seine Unschuld. Der Terror hatte die Stadt erreicht, und wenn zuvor nach so vielen Attentaten die Straßburger ihre Solidarität mit den Opfern bekundeten, war die Europahauptstadt plötzlich auf der Liste der Opferstädte.

Gewiss, es handelte sich nicht um einen politisch oder religiös motivierten Anschlag, doch das, was an diesem Abend passierte, war dennoch Terrorismus, das Verbreiten von Angst, Schrecken und Tod. Auch heute werden sich die Straßburger wieder an diesen Abend und die Tage danach erinnern, bei verschiedenen Gedenkveranstaltung wird das Andenken der Ermordeten geehrt werden.

Auf dem Platz der Republik steht eine kleine Stele, die an die Opfer dieses Anschlags erinnert und es ist skandalös, dass vor einigen Monaten diese Stele vandalisiert wurde.

Wie tief dieses Trauma sitzt, das erkennt man an den Sicherheitsvorkehrungen rund um den Weihnachtsmarkt, den zahlreichen schwer bewaffneten Patrouillen, die in der Stadt unterwegs sind, an den zahlreichen Zivilpolizisten, die auch in zivil leicht als Polizisten zu erkennen sind. Doch trotz aller Vorkehrungen weiß man, dass solche Anschläge kaum zu verhindern sind, wenn ein Terrorist entschlossen ist, eine solche Tat zu begehen.

Doch heute geht es nur um eines – das Erinnern an Bartek Orent-Niedzielski, Antonio Megalizzi, Kamal Naghchband, Pascal Verdenne und Anupong Suebsamarn. Mögen sie in Frieden ruhen.

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