Straße von Hormuz – alles unübersichtlich
Nach der US-Operation „Epischer Zorn“ läuft jetzt die Operation „Projekt Freiheit“. 15.000 US-Soldaten wissen nicht so recht, was sie dort eigentlich sollen.
Von wegen "totaler und historischer Sieg"... Die spinnen, die Amis! Foto: 110 and 135 / Wikimedia Commons / CC-BY 4.0int
(KL) – Die Straße von Hormuz ist nicht nur weiterhin geschlossen, dazu ist diese Meerenge inzwischen ein Schauplatz eines offenen Kriegs – Iraner und Amerikaner greifen sich gegenseitig an, vermelden unglaubliche Erfolge, die niemand überprüfen kann, dementieren die Erfolgsmeldungen der jeweiligen Gegenseite und das Ergebnis ist, dass die vor dem Krieg offene Meerenge weiter geschlossen ist und die weltweite Energie- und Wirtschaftskrise immer mehr verschärft. Gleichzeitig stärken die USA bei den „Verhandlungen“ in Pakistan die Position des Mullah-Regimes 2.0, das noch wesentlich brutaler ist als das Mullah-Regime 1.0, da die als Terrororganisation eingestuften Revolutionsgarden offensichtlich immer mehr Gewicht in der aktuellen iranischen Regierung haben.
Anders gesagt, haben die Amerikaner von allen erklärten Zielen das Gegenteil erreicht – ihr illegaler Angriffskrieg war nicht in ein paar Tagen vorbei, sondern geht jetzt in den dritten Monat. Trump wollte keine US-Truppen mehr an fernen Kriegsschauplätzen einsetzen, inzwischen sind 15.000 US-Soldaten in den Mittleren Osten verlegt. Die USA wollten das iranische Atomprogramm definitiv beenden, doch das Programm läuft einfach weiter. Trump wollte das Mullah-Regime stürzen, doch das sitzt heute nach wie vor fest im Sattel und führt die amerikansichen Amateur-Diplomaten am Nasenring durch die Manege. Viel erfolgloser kann man eine Militär-Operation eigentlich nicht führen.
Zum Glück haben die größten europäischen Nationen ein Mitwirken an diesem Angriffskrieg abgelehnt. Für eine europäische Mitwirkung fehlt jede rechtliche Grundlage, die NATO-Verträge erlauben kein Eingreifen in einem Angriffskrieg, der von einem NATO-Mitglied gestartet wird. Dass der verhaltensgestörte US-Präsident nun beginnt, die sich verweigernden europäischen Staaten zu „bestrafen“, indem er dort Truppen abzieht, ist lächerlich und die Europäer wären gut beraten, sämtliche US-Stützpunkte in Europa zu schließen und die entsprechenden Einrichtungen mit europäischen NATO-Truppen zu besetzen. Es ist an der Zeit, die Beziehungen zu den USA auf Eis zu legen, bis eine andere Regierung in Washington das Ruder übernimmt.
Die Welt kann nicht weiter zusehen, wie ein Wahnsinniger den Planeten mit Kriegen überzieht, um weiter von seiner persönlichen Verwicklung in den Epstein-Skandal abzulenken. Nach wie vor sind 3 Millionen Dateien zu diesem Skandal nicht veröffentlicht, nach wie vor liegen die bisher veröffentlichten Dateien nur in geschwärzter Fassung vor, in der die Namen der Täter systematisch unkenntlich gemacht wurden, während die Namen der Opfer für jedermann ersichtlich sind. Das ist der Hintergrund, vor dem Trump seine Kriege lostritt.
Erstaunlich – in den USA ist noch kein einziges Verfahren gegen einen der Täter aus dem Epstein-Kontext eröffnet worden, während in Europa bereits aufgeräumt wird – fragen Sie mal den Prince formerly known as Andrew oder den früheren Generalsekretär des Europarats Thorbjörn Jagland…
Doch zurück zur Straße von Hormuz, wo eine angeblich nicht mehr existente iranische Armee weiterhin Frachter und Kriegsschiffe angreift, während die angeblich nicht mehr existente Militär-Infrastruktur des Iran täglich heftige Angriffe auf die Öl-Infrastrukturen der Anrainer-Staaten durchführt. So lange diese Situation anhält, kann sich die Energie- und Wirtschaftskrise nur weiter verschärfen und die Konsequenzen werden täglich sichtbarer. Wie in den USA, wo die Low Cost-Fluglinie „Spirit“ bereits Konkurs anmelden musste, da Kerosin so teuer geworden ist, dass diese Fluglinie keine Flüge mehr durchführen kann. Was für ein „historischer und totaler Sieg“! Aber solange die Anhänger der MAGA-Sekte weiterhin den Lügen dieser Regierung glaubt, so lange werden die Republikaner nichts unternehmen, um diesen Präsidenten aus dem Amt zu jagen.
Allerdings ist diese Entwicklung eine große Chance für Europa. Hier wäre es sinnvoll, die germanisch dominierte EU-Kommission per Mißtrauensvotum abzusetzen und in einen Reformprozess überzugehen, mit dem Europa endlich als Einheit auftreten könnte. Doch offenbar haben die europäischen Politiker ebenso viel Angst vor Von der Leyen wie die Republikaner vor Trump und so lange Korruption und Irrsinn am Ruder sind, wird sich so schnell nichts ändern. Wird das die nächste verpasste Chance für die Zukunft Europas?
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