Trumps „Friedensrat“ – ein Flop wie alles andere

Am 15. Januar 2026 gründete Donald Trump mit viel Tam-Tam den „Friedensrat“ (Board of Peace), unter anderem als „Alternative“ zu UNO. Viel Kommunikation um – nichts.

Wie fast alles, was dieser Mann anfasst, ist auch das "Board of Peace" ein Schuss in den Ofen. Foto: The White House / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Es ist so wie fast alles, was der amerikanische Präsident anfasst – auch sein „Friedensrat“ ist ein totaler Flop. Wie nun die Nachrichtenagentur AFP berichtete, hat kein einziges Mitgliedsland die von Trump geforderte Milliarde Dollar eingezahlt und bis auf Marokko, das wohl 3 Millionen Dollar für die Betriebskosten dieser „leeren Hülle“ zur Verfügung gestellt hat, sind die Kassen des „Board of Peace“ leer. Verwunderlich ist das nicht.

Offiziell hat dieser „Friedensrat“ eine hehre Mission: „Die Stabilität fördern und in Zonen, die von Konflikten betroffen oder bedroht sind, eine zuverlässige und legitime Regierung wiederherzustellen und einen dauerhaften Frieden zu garantieren“. Also genau das, was Donald Trump nirgends schafft. Und das unter der alleinigen Führung des US-Präsidenten?

Ein Blick auf die Liste der Mitglieder dieses „Friedensrats“ reicht um zu verstehen, warum dieser seltsame Verein weder eine Alternative zur UNO, noch eine Organisation für den Frieden sein kann. Als Mitglieder für eine erste, noch kostenfreie Periode, haben sich folgende Länder angemeldet: Ägypten, Albanien, Argentinien, Armenien, Aserbaidjan, Bahrein, Bulgarien, El Salvador, Indonesien, Israel, Jordanien, Kambodscha, Kasachstan, Katar, Kosovo, Kuwait, Marokko, Mongolei, Pakistan, Paraguay, Saudi-Arabien, Türkei, Ungarn, USA, Vereinigte Arabische Emirate und Vietnam. Das „diplomatische Gewicht“ dieser bunt zusammen gewürfelten Länder dürfte im Zweifelsfall nicht einmal ausreichen, um einen Nachbarschaftsstreit beizulegen.

Dass das „Board of Peace“ heute mittel- und wirkungslos dasteht, ist kein Wunder und liegt an den abstrusen Regeln, die der nicht minder abstruse US-Präsident festgelegt hat. So ist er der einzige, der über die Verwendung der erhofften Gelder verfügen kann, er ist der einzige, der bestimmt, was dieser im Grunde nicht existente „Friedensrat“ tut. Und man erinnert sich daran, dass er die erhofften Gelder für den Wiederaufbau von Gaza und den Umbau dieses geschundenen Landstrichs in eine Art „Atlantic City“ des Mittleren Ostens verwenden wollte, wobei er und sein Clan natürlich irrsinnig viel Geld verdient hätten.

Doch es ist wie alles, was dieser Präsident anfasst und für das er sich selbst in seinen nächtlichen, hysterischen Posting-Sessions auf seinem Sozialen Netzwerk „Truth Social“ selbst feiert. Alles ist warme Luft, Lügen und egozentrisches, wirres Geplapper.

Und die internationale Isolation der USA dieses wirren Präsidenten geht weiter. Der Grund, warum er eine „Alternative“ zur UNO schaffen wollte, ist, dass die UNO ihm „nicht genug geholfen“ hatte, internationales Recht zu brechen. Mit der gleichen Perspektive will er nun die NATO „bestrafen“, weil diese ihn in seinem illegalen und völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran nicht unterstützt hat. Stand heute würde wohl niemand den USA nachweinen, würden sie sich aus der NATO verabschieden.

Da klingt es auch Nacht für Nacht seltsam, wenn dieser Präsident mehrfach irrsinnige Dinge postet, wie dass Europa ihn bitten würde, „Führer Europas“ zu werden, dass „99 % der Israelis ihn zum Premierminister wählen wollen“, dass ihn die Iraner bitten würden, dort Präsident zu werden und dass er diese erfundenen Kindergarten-Geschichten dann auch mehrfach täglich als „Beweis“ anführt, dass die USA unter seiner Führung so respektiert wie noch nie wären, ist pathetisch.

Erstaunlich ist eigentlich nur eines – nicht so sehr, dass der US-Präsident ganz offensichtlich unter schwersten Verhaltens-Störungen leidet, sondern dass es immer noch zwischen 60 und 70 Millionen Amerikaner gibt, die diesen Mann fast religiös verehren. Dabei ruiniert Trump nicht nur das Internationale Recht, den internationalen Handel und die fragilen internationalen Gleichgewichte, sondern auch die Lebensbedingungen seiner Landsleute.

Soziologisch liefert der Trumpismus allerdings viele Erkenntnisse: Denn so funktioniert das Entstehen des Faschismus. Die ständige Wiederholung von Lügen und Fake News setzt sich in den Köpfen seiner bildungsfernen MAGA-Jünger fest und sorgt dafür, dass selbst abenteuerlichste Lügen bei diesem Menschen zu Tatsachen werden.

Ganz kritisch wird es im November werden, wenn Trump versuchen wird, die Midterm Elections zu verhindern und sollte er das nicht schaffen, sind die USA ernsthaft von einem Bürgerkrieg bedroht. Denn die militanten und schwer bewaffneten MAGA-Jünger, die ja bereits versucht hatten, das Capitol zu stürmen und Vizepräsident Mike Pence mit Gewalt daran zu hindern, das Ergebnis der 2020-Wahl zu zertifizieren, stehen in den Startlöchern. Da Trump nicht im Traum daran denkt, sich von der Macht zu verabschieden, könnten die Midterm Elections zu einer Belastungsprobe für das werden, was noch von der amerikanischen Demokratie übrig ist.

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