Über dem Himmel von Berlin…
… soll demnächst die Flagge der Taliban wehen. Doch diese Flagge hat es in sich und auch, wenn die Behörden diese Beflaggung nicht verbieten können, so wirft sie Fragen auf.
Diese Taliban-Flagge soll in Berlin über der afghanischen Botschaft wehen... Foto: Aerra Carnicom / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
(KL) – Seit die westlichen Länder in der Lage sind, mit den Taliban „Deals“ abzuschließen und Flüchtlinge wieder zurück nach Afghanistan zu schicken, betrachten wir die Taliban nicht mehr als Terroristen, sondern als „Partner“. Da Partner auch eine Botschaft haben sollen, wird aus der Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan nun die Botschaft von Afghanistan und die afghanische Flagge soll durch die Kampfflagge der Taliban ersetzt werden. Auf dieser steht: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist der Gesandte Gottes“. Ist das jetzt ein weiterer Schritt in der Islamisierung der Hauptstadt Berlin?
Nun sind Botschaften extraterritorial. Insofern hat der Berliner Senat keinen direkten Einfluss darauf, was dort für Fahnen hängen und was auf diesen Fahnen steht. Aber Bauchschmerzen kann man schon bekommen, wenn man sich daran erinnert, mit was für Terror die Taliban Afghanistan überzogen haben, und was für ein Regime dort heute herrscht. Frauen und Mädchen sind vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, Menschenrechte werden mit Füssen getreten, doch der Westen hat das Taliban-Regime deswegen aufgewertet, damit das Land viele der Flüchtlinge aus dem Westen zurücknimmt.
Doch dass nun in Berlin, wo es bereits jetzt permanent zu Zwischenfällen mit Gruppen kommt, die Werte vertreten, die in Deutschland nichts zu suchen haben, eine Taliban-Kampffahne weht, ist starker Tobak. Nicht auf diese Provokation zu reagieren, öffnet alle Tore für das, was die Rechtsextremen permanent behaupten – die Islamisierung von Teilen der deutschen Gesellschaft.
Nach wie vor agiert man nach dem Voltaire’schen Credo des „edlen Wilden“, der nicht von der westlichen Zivilisation korrumpiert worden und deshalb „reinen Herzens“ ist, aber das ist natürlich ein riesiger Fehler. Jeder sollte in Deutschland willkommen sein, der unsere gesellschaftlichen und kulturellen Codes akzeptiert und respektiert. Wer aber versucht, in Deutschland (und anderswo) Parallel-Gesellschaften einzurichten, sollte schleunigst das Land verlassen, statt wie ein Eroberer seine Kampffahne in Berlin aufzuhängen. Afghanistan hat eine Flagge, und diese sollte gerne über der Botschaft in Berlin wehen. Die Taliban sind aber kein Land, sondern wurden bis vor kurzer Zeit, ebenso wie die Hamas, als Terror-Organisation betrachtet. Insofern ist diese Taliban-Fahne ähnlich zu betrachten wie die USA-Flagge auf dem Mond – es ist ein Zeichen der Eroberung.
Dass diese Flagge weiter der AfD Rückenwind bescheren wird, wen wundert’s? Zu weit getriebene Toleranz führt leider zum Gegenteil dessen, was gewünscht wird, nämlich ein friedliches Zusammenleben.
Die Berliner Behörden und die Bundesbehörden sollten die Taliban vor die Wahl stellen – entweder wird die Taliban-Flagge durch die afghanische Flagge ersetzt, oder die „Taliban-Botschaft“ wird geschlossen. Alles andere wäre nicht akzeptabel, denn es kann nicht Aufgabe Deutschlands sein, Terror-Organisationen hoffähig zu machen.
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