Und der Gewinner ist…
… die „Milka Alpenmilch“ des Mondelez-Konzerns. Der Preis? Der „Goldene Windbeutel 2025“ für die dreisteste Werbelüge. Ein nicht gerade ehrenvoller Preis...
Der "Goldene Windbeutel 2025" geht an die "Milka Alpenmilch" des Mondelez-Konzerns. Foto: Foodwatch.org
(KL) – 58.159 Verbraucherinnen und Verbraucher haben bei der Internet-Abstimmung der NGO „Foodwatch“ teilgenommen und die dreisteste Werbelüge des Jahres gewählt. Klarer „Gewinner“ ist die „Milka Alpenmilch“ des Mondelez-Konzerns, ein Produkt, bei dem die Verbraucher heftig über den Tisch gezogen werden. Mit 34 % der abgegebenen Stimmen hat dieses Produkt den „Goldenen Windbeutel“ gewonnen und das ist alles andere als ein Grund stolz zu sein.
Die Abzocke der Verbraucher läuft über zwei Schienen. Erst wurde der Preis der Tafel „Milka Alpenmilch“ von 1,49 € auf 1,99 € erhöht, und dabei wurde das Gewicht der Tafel von 100 Gramm auf 90 Gramm gesenkt. Damit das nicht so auffällt, blieb die Verpackung gleichgroß. Und das entspricht dann einer „versteckten“ Preiserhöhung von geschlagenen 48 %.
Auf den zweiten Platz „schaffte“ es der „Norwegische Räucherlachs“ von Fish Tales mit 21,1 % der Stimmen. Dieses Produkt wirbt mit lückenloser Transparenz, vom Meer bis zum Verbraucher, doch ist die Herkunft dieses Produkts alles andere als nachvollziehbar und der Lachs stammt zumindest teilweise aus norwegischen Aquakulturen, die ziemlich häufig Gegenstand von Kritik sind, da man es dort nicht immer mit der Hygiene der Aufzucht genau nimmt und es häufig zu Krankheiten in den Becken kommt.
Dritter wurde mit 17,8 % die „MenstruChocbar“ von InnoNature, ein hoch gezuckerter Schokoriegel, der angeblich Menstruationsbeschwerden mit süßem Geschmack lindern soll. Alleine, es fehlt bislang jeglicher wissenschaftlicher Nachweis, dass dieser Schokoriegel tatsächlich bei Mensturationsbeschwerden hilft und somit ist es einfach ein viel Zucker enthaltender, teurer Schokoriegel.
Auf Platz 4 landet mit 15 % der Stimmen ein Klassiker des deutschen Frühstückstischs, die Margarine Rama, die stolz und in grüner Schrift auf der Packung behauptet, in dem Produkt befänden sich „100 % natürliche Zutaten“. Das stimmt auch, aber nur, wenn man alle nicht natürlichen Zutaten, die sich in dieser Margarine befinden, vergisst.
Mit 12,1 % der Stimmen landete der „DirTea“ der gleichnamigen Firma auf Platz 5, wobei viele Verbraucher das Produkt vermutlich gar nicht kannten und deshalb nicht für diesen Dosendrink stimmten.
Und so endet die 14. Ausgabe des „Goldenen Windbeutels“ und die Chancen stehen hoch, dass Hersteller Mondelez den Preis nicht entgegen nehmen wird, denn es gibt wohl wenig „Preise“, die für den Empfänger peinlicher sind als der „Goldene Windbeutel“. Ein Dankeschön an „Foodwatch“, denn ohne NGOs wie diese würden Verbraucher noch viel leichter über den Tisch gewogen als ohnehin schon… Wir sehen uns 2026 für die 15. Ausgabe des „Goldenen Windbeutels“!
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