Und täglich grüßt das Murmeltier…

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hören wir jeden Tag die gleichen Dinge. Als ob unsere Politiker gerade erst entdecken würden, dass Putin einen Krieg vom Zaum gebrochen hat.

Die täglichen Stellungnahmen zum Ukraine-Krieg erinnern immer mehr an "Täglich grüsst das Murmeltier"... Foto: Pelz / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

(KL) – Jeden Tag das gleiche. Jeden Tag westliche Politiker, die im Brustton der Überzeugung verkünden, dass es nun an Putin sei, den Nachweis anzutreten, dass er den Krieg in der Ukraine beenden will. Dabei will der das gar nicht. Also – täglich grüßt das Murmeltier -, organisiert man eben ein paar wichtige Treffen zwischen „Willigen“, diskutiert den Einsatz von Truppen für die Sicherung eines nicht zustande kommenden Friedens, wiederholt die Propaganda-Informationen aus Kiev, überweist ein paar Milliarden und gibt sich der Illusion hin, dass man auf dem Weg zum Frieden sei. Das allerdings ist nicht der Fall, denn wie zahlreiche Politiker täglich erstaunt feststellen, Putin will gar keinen Frieden. Nur – so wird dieser Krieg nie enden.

Dabei ist die Situation eindeutig. Putin setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg ungehemmt fort und intensiviert diesen sogar, doch von „unserer“ Seite kommen weiterhin nur Sprüche. Ansonsten machen wir das, was wir seit dreieinhalb Jahren machen, nämlich Waffen und Geld schicken, ohne dass dies in diesen dreieinhalb Jahren die Situation verändert hätte. Wer jetzt noch fordert, wie Außenminister Wadephul, dass „Putin nun seinen Friedenswillen unter Beweis stellen soll“, der hat entweder in den letzten dreieinhalb Jahren Urlaub gemacht oder aber einen vom eigenen Wunschdenken getrübten Wahrnehmungssinn.

Inzwischen kann man auch Sätze wie „wir müssen Putin zum Frieden zwingen“ nicht mehr hören. Zu keinem Zeitpunkt hat der Westen aufgehört Geschäfte mit Russland zu machen, zu keinem Zeitpunkt ist der Geldfluß von Westen nach Osten zum Erliegen gekommen. Dafür haben aber Ost und West ihre Wirtschaften auf „Kriegswirtschaft“ umgestellt, ohne eine andere Strategie als die Fortführung des Kriegs zu verfolgen. Inzwischen zerstören wir sogar unsere Sozialsysteme, um diesen Krieg weiter finanzieren zu können. Die Ankündigung von Friedrich Merz, dass „der Sozialstaat so nicht aufrecht erhalten werden kann“, spricht Bände. Aber ist die soziale Verelendung in den westlichen Ländern wirklich ein Mittel, um „Putin in die Knie zu zwingen“?

Durch die tägliche Wiederholung der immer gleichen Slogans wird dieser Krieg nicht entschieden werden, dafür stellt sich aber ein Gefühl von „täglich grüßt das Murmeltier“ ein – es ist jeden Tag das gleiche. Und führt nirgends hin, außer dass die Chancen steigen, dass dieser Krieg in einem Desaster für die Ukraine endet.

Statt halbstarke Sprüche zu schwingen, sollten die „Willigen“ lieber über echte Maßnahmen gegen Russland nachdenken. Ein 100 %-Embargo. Ohne Ausnahmen.

Nur nützt es eben nichts, täglich die gleichen Dinge zu wiederholen, während sich die Situation immer weiter verschlimmert. Irgendwann wird man Entscheidungen treffen müssen, die über reines Wunschdenken hinausgehen. Aber das scheint bei den „Willigen“ nicht auf der Agenda zu stehen.

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