Und wer wird Straßburgs nächste(r) Bürgermeister(in)?

Nach dem ersten Wahlgang der Kommunal- und OB-Wahlen ist in der Europahauptstadt alles offen. Die Entscheidung fällt erst am nächsten Sonntag bei der Stichwahl.

In den Wahllokalen entscheidet sich am nächsten Sonntag, wer die nächsten Jahre die Stadt managen wird. Foto: Pascal Houssais / CC-BY 2.0

(KL) – Vier Kandidaten-Listen haben es in Straßburg in die Stichwahl am kommenden Sonntag geschafft. Da wäre die Liste der früheren Ministerin und Straßburger Bürgermeisterin Catherine Trautmann (25,93 %), die Liste des Konservativen Jean-Philippe Vetter (24,23 %), die grüne Liste der Amtsinhaberin Jeanne Barseghian (19,72 %) und die Linksextreme LFI-Liste von Florian Kobryn (12,03 %). Nicht in die Stichwahl kamen die rechtsextreme Virginie Joron (7,00 %) und der Kandidat der Macronie Pierre Jakubowicz (5,10 %). Einer oder eine der vier erstgenannten Kandidaten wird am nächsten Sonntag neuer (oder alter) Bürgermeister von Straßburg – aber wer?

Bis heute Abend um 18 Uhr müssen diejenigen Kandidaten, deren Listen es in die Stichwahl geschafft haben, ihre Listen bei der Präfektur einreichen und alle denkbaren Absprachen oder sogar Fusionen der Listen müssen bis dahin eingetütet sein. Da Fusionen zwischen Listen erlaubt sind, die mindestens 5 % der Stimmen geholt haben, ist diese Möglichkeit zumindest für Pierre Jakubowicz denkbar. Aber wer könnte wo welche zusätzlichen Stimmen bis zum nächsten Sonntag holen?

Obwohl sie nur auf dem dritten Platz liegt, hat die Grüne Jeanne Barseghian alle Chancen auf eine zweite Amtszeit, denn die Spatzen pfeifen es von den Straßburger Dächern, dass sie sich mit LFI und Florian Korbyn zusammentun könnte, und schon läge Barseghian rechnerisch wieder vorne im Rennen. Catherine Trautmann wird nachgesagt, dass sie sich gerne mit Pierre Jakubowicz zusammentäte, doch mit ihren eigenen Stimmen und denjenigen des Macron-Kandidaten käme sie auch nur auf die Stimmenzahl von Jeanne Barseghian am nächsten Sonntag. Bleibt Jean-Philippe Vetter, der bereits im Vorfeld jede Fusion mit einer anderen Liste ausgeschlossen hatte. Sein Vorteil – er ist der einzige konservative Kandidat in der Stichwahl und das könnte die bisherigen Wähler von Virginie Joron oder auch bisherige Nicht-Wähler motivieren, für Vetter zu stimmen.

Das Rennen ist also völlig offen und Straßburg steht vor einer Richtungswahl. Alle drei großen Kandidaten bei der Stichwahl haben gleiche Chancen und es steht in den Sternen, was am Ende den Ausschlag geben wird. So oder so, die Kanddidaten haben nur drei Tage Zeit für eine Blitzkampagne, die von Mittwochmorgen bis Freitagabend gehen wird – das ist wenig Zeit, um unentschlossene Wählerinnen und Wähler zu überzeugen.

Wichtig ist diese Wahl auf jeden Fall, denn von ihrem Ergebnis hängt unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der nächsten Jahre ab. Allerdings müsste man heute schon sehr mutig sein, um auf den Ausgang der Stichwahl am kommenden Sonntag zu wetten.

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