Unseren täglichen Trump gib uns heute…

Journalisten auf der ganzen Welt müssten dankbar sein, dass es Donald Trump gibt – denn täglich liefert der Mann Themen, bei denen man nur noch den Kopf schütteln kann.

DIeser Mann ist für die Welt ebenso gefährlich wie Wladimir Putin. Foto: DonkeyHotey / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0

(KL) – Das Neueste aus dem Trump’schen Kuriositäten-Kabinett ist sein Projekt, „diskriminierte weiße Männer“ aufzufordern, Schadensersatz zu fordern, sollten diese das Gefühl haben, aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts bei der Arbeit diskriminiert worden zu sein. Das dieser Vorstoß von einem Präsidenten kommt, der gerade in den ganzen USA dabei ist, mit seiner US-Gestapo ICE Jagd auf alles zu machen, was eben nicht weiß ist, das ist schon unglaublich, passt aber in das Gesamtbild eines Landes, das unter Trump klar neofaschistisch geworden ist. Aussetzer wie diese passen auch gut zu seinem Team, das aus inkompetenten und hoch korrupten Personen besteht, die alle nur eines gemeinsam haben – eine fast schon religiöse Verehrung für diesen durchgeknallten Präsidenten.

Positiv ist momentan eigentlich nur, dass ein großer Teil der Amerikaner langsam merkt, dass MAGA ein riesiger Betrug ist, dass die versprochenen Verbesserungen der Lebensbedingungen eine Lüge waren, dass Trump überhaupt keine Kriege beendet, dafür aber eine Art Bürgerkrieg gegen alle andersdenkenden Amerikaner gestartet hat. Es könnte gut sein, dass die „Mid Term elections“ im November 2026 einen Wendepunkt darstellen, denn sollte Trump die Mehrheit in beiden Kammern verlieren, dann würde es sehr schwer werden, weiter wie ein Diktator zu regieren, es sei denn, Trump setzt die amerikanische Verfassung außer Kraft, was allerdings sehr schwierig werden dürfte.

Umgeben hat sich Trump mit einem Team geistiger Tiefflieger, wie seinen Querdenker-Gesundheitsminister Kennedy, der es tatsächlich geschafft hat, längst besiegte Krankheiten durch die generelle Ablehnung von Impfungen wieder in den USA einzuführen, wobei der Mann wissenschaftliche Erkenntnisse gerne durch seine persönlichen Querdenker-Theorien ersetzt.

In die gleiche Kategorie fallen Minister wie Pam „Blondie“ Bondi, die Justizministerin, die vor den zahlreichen Untersuchungs-Ausschüssen systematisch die Antworten verweigert, dafür aber keine Gelegenheit auslässt, die Kommissions-Mitglieder deswegen persönlich zu beleidigen, weil diese ihrem Übervater Trump nicht wie sie blinde Gefolgschaft leisten.

Eine ähnliche Haltung erleben die Amerikaner momentan auch bei den Befragungen anderer Minister, wobei auffällt, dass diejenigen, die nicht wie Bondi einfach die Antworten verweigern, von den Themen in ihrem Zuständigkeitsbereich nicht die Spur einer Ahnung haben.

So wusste die Chefin der „Homeland Security“ Kristi Noem nicht einmal, was der „Habeus corpus-Akt“ ist, eines der Grundprinzipien des amerikanischen Rechtssystems. Brendon Carr, der Chef der Regierungskommunikation, war bei seiner Befragung nicht in der Lage zu sagen, ob die von ihm geleitete Verwaltung FCC unabhängig oder gegenüber dem Präsidenten weisungsgebunden ist. FBI-Direktor Kash Patel redet sich bei seinen Befragungen immer mit Unkenntnis oder Beleidigungen der Kommission heraus; Pete Hegseth, der „Kriegsminister“ hat von den tödlichen Angriffen auf venezuelanische Schiffbrüchige keine Ahnung und so geht es munter weiter. Und über allem thront ein Präsident, dessen Verhaltensstörungen mittlerweile nicht mehr zu kaschieren sind.

Täglich steht oder sitzt der Mann vor der Presse, beweihräuchert sich selbst für nicht erbrachte Leistungen, beschimpft und beleidigt Journalisten, die ihm unangenehme Fragen stellen und lügt, dass sich die Balken biegen. Die Epstein-Files? Eine Erfindung der teuflischen Demokraten. Das Ziel der Steigerung der Kaufkraft? Eine Erfindung der teuflischen Demokraten. Die Liste könnte man endlos fortführen – alles, was nicht funktioniert, ist die Schuld der Demokraten, wobei seine „Erfolge“ nicht viel mehr als Luftschlösser sind.

Dass ein verurteilter Krimineller dabei ist, eine neue Weltordnung schaffen zu wollen, ist geradezu pervers. Den Europäern ist Trump bereits in den Rücken gefallen, denn offenbar hat Wladimir Putin Dinge in seinem Schreibtisch, mit denen er Trump zu grenzenlosem Wohlverhalten zwingen kann. China gegenüber hat Trump schnell den Schwanz eingezogen, nachdem er gemerkt hatte, dass China am längeren Hebel sitzt und bei Bedarf der amerikanischen Wirtschaft das Licht ausknipsen kann.

Die Trump’schen Einlassungen bewegen sich zwischen „erheiternd“ und „beunruhigend“ – doch als Comedy eignet sich Trump nicht, dazu richtet er momentan viel zu viel Schaden an. Schwer verständlich ist allerdings, dass die europäischen „Spitzenkräfte“ trotzdem weiterhin auf allen Vieren diesem seltsamen Menschen hinterherrutschen und alles daran setzen, sich mit diesem irrlichternden Präsidenten gut zu stellen. Dabei werden wir 2026 sehen, dass Trump nicht weniger gefährlich ist als Wladimir Putin – und irgendwann werden auch die Europäer merken, dass es wenig Sinn macht, Trump und Amerika weiter zu hofieren. Wenn Trump dann eines Tages von der Bildfläche verschwindet, was hoffentlich nicht mehr lange dauert, werden seine Nachfolger lange Jahre brauchen, das ruinierte Bild der USA wieder zu reparieren und wieder Vertrauen in die Zusammenarbeit mit diesem Land zu fassen, das gerade dabei ist, die Mechanismen aller faschistischen Systeme der Vergangenheit zu kopieren. Bis dahin werden wir noch viele Gelegenheiten haben, den Irrsinn der Trump-Administration zu kommentieren…

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