USA – Rezession oder „Übergangszeit“?
Die völlig erratische Politik des neuen und alten US-Präsidenten Donald Trump macht die USA momentan nicht etwa „great again“, sondern sorgt für einen massiven Abschwung.
Nur mit Slogans kann man kein Land regieren, nicht einmal die USA... Foto: Chamtrumping / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int
(KL) – Um einfach klingende Erklärungen ist Donald Trump nie verlegen. Jetzt, wo seine wirre Strafzoll-Politik erste Auswirkungen für die amerikanische Bevölkerung durch ständig steigende Preise zeigt, erklärt Trump, dass dies „ganz normal“ sei, denn immerhin „ist das, was wir tun, sehr groß – wir bringen den Wohlstand zurück nach Amerika“. Nur, nach den wenigen Wochen seiner Amtszeit, sehen die Amerikaner nicht viel von diesem Wohlstand, sondern ganz im Gegenteil, eine steigende Armut.
Der politische Zick-Zack-Kurs Trumps ist schwierig nachzuvollziehen. Er verkündet Strafzölle, setzt diese wieder aus, nur um sie erneut zu verhängen und kein Handelspartner der USA hat noch einen sicheren Handelsrahmen – die Zeche für diese unklare Politik zahlen die amerikanischen Verbraucher, während steigende Preise für die Trump, Musk & Ko. natürlich kein Problem darstellen. Milliardäre kümmern sich zumeist nicht um steigende Preise.
Mehrere Indikatoren weisen auf eine bevorstehende Rezession hin, was zwar Trumps Handelsminister Howard Lutnick weit von sich weist, doch die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die Verbraucher-Indizes, wie der des Instituts „Conference Board“, sehen eine große Verunsicherung auf Seiten der Verbraucher und genau deshalb rechnen die Analysten von Goldman & Sachs in den kommenden 12 Monaten mit einer 20%igen Wahrscheinlichkeit mit einer Rezession.
Dass Trump seine großspurigen Ankündigungen für die Weltpolitik nicht umsetzt, ist eine Sache, denn diese Umsetzung hängt nicht nur von ihm ab. Doch dass er nun auch seine Wahlversprechen für die Amerikaner selbst bricht, dürfte für eine Menge Ärger sorgen. Man sollte nicht vergessen, dass es außer seinen „MAGA-Fans“ auch die andere Hälfte der Amerikaner gibt, die mit Trump und seiner Politik nichts anfangen kann.
Dort, wo Trump Ärger bekommen kann, sind die „Trailer Parks“ im Mittleren Westen, dort, wo Trump-Land ist und er die Wahl gewonnen hat. Wenn er für die Unterschicht im Land keine Lösungen findet, kann die US-Jubelstimmung auch ganz schnell wieder umschlagen.
Dass Elon Musk im Auftrag Trumps nun die Verwaltungen durchforstet, um Kostentreiber vor die Tür zu setzen, Organisationen wie USAID abzuschaffen und am liebsten die USA aus der NATO herausführen will, ist eine Sache und es ist sogar möglich, dass es die Trump-Administration schafft, dadurch Kosten einzusparen. Doch Kosteneinsparungen sind keine Konjunktur-Booster und werden nicht dazu führen, dass das Leben für die Trump-Wählerschaft einfacher wird.
Nach nur zwei Monaten seiner zweiten Amtszeit ähnelt Trump immer mehr einer Sternschnuppe, die hell über den Himmel rast, kurz die Aufmerksamkeit der Menschen erhält und im nächsten Moment schon wieder verglüht ist. Diese zweite Amtszeit Trumps könnte sehr lang und schwierig werden – für die Welt und auch für die Amerikaner selbst.
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