Was braut sich da in Italien zusammen?

Zuerst brodelte es im Ätna auf Sizilien, dann unter dem Supervulkan „Campi Flegrei“ bei Neapel und nun ist der Stromboli auf der gleichnamigen Insel in eine aktive Phase eingetreten.

Der Stromboli auf der gleichnamigen Insel spuckt wieder Lava... Foto: Dipartimento Protezione Civile from Italia / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0

(KL) – Ein Blick auf die Karte genügt um festzustellen, dass die vulkanischen Hotspots in Italien alle in der gleichen Gegend liegen und dass es gut sein kann, dass die tektonischen Systeme unterirdisch korrespondieren. Seit Wochen ist auf Sizilien der Ätna aktiv, seit Wochen häufen sich kleinere bis mittlere Erdbeben in den „Brennenden Feldern“ („Campi Flegrei“), dem riesigen Supervulkan vor den Toren Neapels und nun, auf halber Strecke im Meer, ist der Stromboli wieder in eine aktive Phase eingetreten und die kleine Insel ist in Alarmstufe Rot versetzt worden, da Lavamassen aus dem 920 Meter hohen Vulkan austreten.

Aber was braut sich da in Süditalien zusammen? Die drei aktiven Vulkane befinden sich in relativer Nähe zueinander und dass sie zeitgleich aktiv werden, deutet auf intensive tektonische Aktivität in dieser Zone hin. Dabei gilt die größte Sorge den „Brennenden Feldern“ bei Neapel, da die Vulkanologen davon ausgehen, dass ein Ausbruch dieses Flächenvulkans, der sich auf über 15 Quadratkilometer ausdehnt und eine Explosion dieser „Brennenden Felder“, auf denen momentan an vielen Stellen bereits bedrohlich Rauch aufsteigt, einem Super-GAU gleichkäme.

Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass es sich hier um ein italienisches oder gar süditalienisches Problem handelt. Sollte es zu einem Super-GAU kommen, würde ganz Europa innerhalb von 3 Tagen bis zum Nordpol unter einer Staubwolke mit giftigen Gasen versinken, deren Konsequenzen ganz Europa auf Jahre hinaus in eine Art giftigen Winter versenken würde.

Nur – was kann man tun? Die Antwort ist ebenso frustrierend wie in Kalifornien, wo man seit Jahren den „Big One“ erwartet, am Ende des Andreas-Grabens, wobei man weiß, dass dieser „Big One“ eines Tages passieren wird, ohne dass man wüsste, wann er eintritt. Gegen die Verschiebung tektonischer Platten gibt es keinerlei Mittel, das einzige, was man tun kann, ist die lokalen Bevölkerungen so rechtzeitig wie möglich zu warnen und zu evakuieren. Aber wohin? Was, wenn diese drei großen Vulkan-Systeme in Italien wie in einer Kettenreaktion hochgehen?

Bis heute können die Vulkanologen zwar die tektonische Aktivität beobachten und analysieren, doch das versetzt sie nicht in die Lage, mit Präzision einen Ausbruch vorherzusagen. Doch wird man die Situation im Tyrrhenischen Meer zwischen Sizilien und dem Golf von Neapel weiter im Auge haben müssen, im Bewusstsein, dass wenn es dort wirklich kracht, kein Kraut gegen diese entfesselten Naturgewalten gewachsen ist. So schön die Bilder aktiver Vulkane auch sind, sie stellen eine massive Bedrohung Europas und der Welt dar.

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