Was zu erwarten war…
Die österliche Waffenruhe ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Beide Seiten führen ihre Angriffe fort und beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe nicht zu respektieren.
Die Weihnachts-Waffenruhe (Christmas Truce) im I. Weltkrieg war eine echte Waffenruhe, anders als das Propaganda-Spektakel zu Ostern in der Ukraine. Foto: Matt Brown / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0
(KL) – Wie so vieles ist also die bis heute Abend angeblich andauernde Waffenruhe nichts anderes als Propaganda. Beide Seiten haben sie bislang nicht eingehalten, beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig. Die Hoffnung, dass es zu einem Ende der Kampfhandlungen kommen kann, schwindet immer mehr. Dabei wird immer problematischer, dass keine der Kriegparteien, Russland, die Ukraine, die USA und die Europäer, ein echtes Interesse am Ende dieses Kriegs haben. Doch wenn die Entwicklung so weitergeht, wird Selenskyis Wunsch, dass „die Ukrainer eines Tages wieder ein friedliches Osterfest feiern“ können, ein frommer Wunsch bleiben.
Dass die beiden Konfliktparteien, also der Aggressor und das Opfer der Aggression, nicht miteinander sprechen, ist zwar menschlich nachvollziehbar, bringt die Ukraine aber keinen Schritt einer Lösung näher. Das ständige Gerede von einem „gerechten Frieden“ als Ergebnis dieses Krieges ist ebenso unrealistisch wie schädlich, denn noch nie war das Ende eines Angriffskriegs ein „gerechter Frieden“. Denn so etwas gibt es leider nicht. Doch dies als Ziel von Gesprächen zwischen den falschen Gesprächspartnern auszurufen, wird den Krieg weiter intensivieren und noch mehr Schaden anrichten.
Nicht einmal mehr Selenskyi glaubt daran, die von Russland annektierten Regionen militärisch zurückgewinnen zu können. So zumindest hat er sich selbst vor wenigen Wochen geäußert und diese Einschätzung ist richtig. Es wäre an der Zeit einzuräumen, dass jede Verlängerung dieses Kriegs nur zu einem führen kann – der Vernichtung der Ukraine.
Die USA fallen als zuverlässiger Partner aus, die Europäer sind zu schwach und unerfahren, um in einem Abnutzungskrieg im Schlamm der Ostukraine bestehen zu können, auch wenn die Herren Starmer und Macron davon überzeugt sind, dass ihre Truppen die Situation in der Ukraine zugunsten des angegriffenen Landes drehen können. Dass man heute noch darauf hofft, dass Russland seinen „Friedenswillen“ beweist und dokumentiert, das zeigt nur, dass der Westen gerade in seine eigene Propaganda-Falle fällt. Russland will keinen Frieden, da es gerade dabei ist, diesen Krieg zu gewinnen und sollten sich die USA tatsächlich aus diesem Krieg zurückziehen, ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Ukraine vollständig überrannt werden wird.
Die Lage wird sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen, die österliche Waffenruhe war eine Finte und Russland wird weder einen Waffenstillstand akzeptieren, den die Ukraine und die USA miteinander aushandeln, noch in echte Friedensgespräche einsteigen. Wer jetzt überrascht tut, dass Russland ja vielleicht doch gar keinen Frieden will, der lügt entweder oder hat die Lage derart falsch eingeschätzt, dass man sich fragen muss, wieso unsere Länder von Personen regiert werden, die das Offensichtliche nicht erkennen und nichts anderes tun, als Fehler über Fehler aneinander zu reihen.
Der Ton wird sich bereits nächste Woche weiter verschärfen, schon heute beschuldigen sich beide Seiten, die „generöse“ Waffenruhe sabotiert zu haben und der Krieg wird weitergehen. Lange, lange Zeit. Das wird weiterhin zahlreiche ukrainische (und auch russische) Menschenleben kosten, enorme Zerstörungen verursachen, doch das passt gut ins Konzept derjenigen, die mit Kriegen Geld verdienen. So lange diese Personen auf beiden Seiten das Sagen haben, wird dieser Krieg nicht enden.
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