Wasserstoff hat keine Grenzen…

Dass Wasserstoff einer der entscheidenden Energieträger der Zukunft ist, steht außer Frage. Wenig verwunderlich, dass „H2Strasbourg“ beim „Hydrogene Dialogue“ in Nürnberg dabei war.

Ein bayerischer Autohersteller präsentierte in Nürnberg ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug. Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0

(KL) – Nach dem erfolgreichen Wasserstoffgipfel, der am 8. November am Sitz der Region Grand Est in Straßburg stattgefunden hatte, erfolgte nun bereits der Gegenbesuch des Vereins in Bayern. Bei der zweitägigen Messe „Hydrogene Dialogue“ in Nürnberg trafen sich die Vertreter von „H2Strasbourg“, dem Initator des Straßburger Gipfels, mit dem bayerischen Wirtschafts-Staatssekretär Tobias Gotthardt und dem Leiter des bayerischen Kompetenzzentrums „H2B“ und brachten sich auf den aktuellen Stand dessen, was in diesem Bereich in Bayern gerade geht. Und das ist eine ganze Menge.

Interessant ist, dass rund um das Thema Wasserstoff gerade ganze neue Industriezweige entstehen, beispielsweise für Elektrolyse-Geräte, die für die Produktion von „grünem Wasserstoff“ benötigt werden. „H2Strasbourg“ ist zwar eher auf natürlichen Wasserstoff ausgerichtet, den so genannten „weißen“ Wasserstoff, doch wird der Bedarf an Wasserstoff in den kommenden Jahren exponentiell steigen, so dass am Ende alle verschiedenen Wasserstoff-Arten ihre Daseinsberechtigung haben werden. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Wasserstoff-Branche dürfte allerdings der Preis sein, der bei „weißem“ Wasserstoff perspektivisch deutlich niedriger sein dürfte als bei produzierten Wasserstoffarten.

Bei ihrem Treffen mit Wirtschafts-Staatssekretär Tobias Gotthardt und dem Chef des Kompetenzzentrums „H2B“ Dr. Florian Pfaffenberger, die beide auch beim Straßburger Gipfel dabei waren, konnte „H2Strasbourg“ die für 2025 geplanten Aktivitäten besprechen. Hier werden gerade vielversprechende Projekte angestossen und diese Art des grenzüberschreitenden Austauschs bestätigt, was Tobias Gotthardt in Straßburg gesagt hatte: „Für Wasserstoff wird es keine regionalen und selbst nationalen Lösungen geben – es handelt sich um ein Thema, das europäische und internationale Kooperationen erfordert“.

Seit drei Jahren arbeitet man in München und Straßburg daran, die beiden wirtschaftlich starken Regionen näher zusammenzubringen, wobei die Frage der sicheren und sauberen Energieversorgung zu den großen Themen gehört. So sagte auch der Präsident von „H2Strasbourg“ Pascal Houssais nach dem Besuch in Nürnberg: „Die momentan diskutierten Ansätze sind hoch interessant und vieles dreht sich bei uns natürlich um das riesige Vorkommen an „weißem“ Wasserstoff, den die Forscher des CNRS Philippe de Donato und Jacques Pironon in Lothringen entdeckt haben. Die dort vorhandenen Vorkommen würden ausreichen, um die europäische Industrie zu dekarbonieren. Allerdings“, so fügt Houssais hinzu, „befinden wir uns in einer Art Wettrennen der Regionen. Überall auf der Welt wird geforscht und stellen sich ganze Industrien auf diesen neuen Energieträger ein. Da würde es Sinn machen, würde man über Landesgrenzen hinweg den Austausch intensivieren und gemeinsam konkrete Projekte auf den Weg bringen.“

Genau das ist das Ziel von „H2Strasbourg“, gemeinsam mit den Ansprechpartnern in Bayern und an anderen Stellen – damit Wasserstoff tatsächlich künftig europäisch betrachtet wird. Zum Nutzen aller.

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