Wenn die Lüge zum politischen Programm wird

Man kann kaum noch eine politische Aussage der „Weltenführer“ ernstnehmen – es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Begleiteffekt – niemand hört mehr hin.

Ein Blick auf ein Treffen von Politikern – wer die längste Nase bekommt, darf Chef werden... Foto: Sumit Surai / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 4.0int

(KL) – Seit Beginn des zweiten Iran-Kriegs wird von allen Seiten so offen gelogen, dass kaum noch jemand bei den großmäuligen Erklärungen der orientierungslosen US-Führung und der ebenso orientierungslosen Mullahs hinhört. Doch wenn man anschaut, was konkret passiert, entlarven sich die Lügen von ganz alleine.

Fangen wir mit der Zielsetzung des amerikanischen Angriffs auf den Iran an. Im Januar ging es Trump noch offiziell um die Iraner, deren Überleben und einen Regimewechsel. Inzwischen geht es Trump darum, „das Öl im Iran zu schützen“ und das Schicksal der Iraner ist ihm völlig egal. Selbst ein weiteres Mullah-Regime würde ihn nicht mehr stören, allerdings nur unter der Bedingung, dass Trump selber bestimmen kann, wer künftig im Iran das Sagen hat. Das Recht des Stärkeren, heftig kritisiert, wenn andere es anwenden, aber wenn es die USA sind, die vermeintlich Schwächere drangsalieren, dann ist das in Ordnung.

Schauen wir uns die Dauer dieses Kriegs an und man sieht sofort, dass die USA keinerlei Strategie für diesen Krieg haben, was einmal mehr die Theorie stützt, dass es Trump in erster Linie um eine Ablenkung von den Epstein Files geht. Mal ist der Krieg praktisch schon gewonnen und so gut wie vorbei, dann wieder soll er drei bis vier Wochen dauern, dann wiederum fünf bis acht Wochen und dann erklären die USA, dass sie ewig weitermachen könnten, wenn sie das wollten.

Selbst die militärischen „Informationen“ sind heute so „zuverlässig“ wie im Ukraine-Krieg. Angeblich haben die USA und Israel den Iran militärisch in die Bewegungslosigkeit gebombt, was dann aber die Frage aufwirft, wie es sein kann, dass der Iran Nacht für Nacht seine Nachbarstaaten mit Raketen und Drohnen angreift, obwohl doch alle Abschussvorrichtungen angeblich zerstört worden sind. Glauben sollte man keiner der beiden Seiten, denn es wird nur noch gelogen.

Zu den Epstein Files muss man auch nicht mehr viel sagen – die immer zahlreicher veröffentlichten Zeugenaussagen der Opfer sprechen eine eindeutige Sprache und auch Trumps Beteuerung „ich bin sehr, sehr unschuldig“ klingt seltsam. „Sehr unschuldig“, das klingt wie „ziemlich schwanger“ – dabei ist die Verwicklung Trumps in den Epstein-Skandal keine Möglichkeit mehr, sondern muss als Tatsache betrachtet werden.

Das, was gerade weltweit passiert, hat natürlich auch Auswirkungen bei uns. So fragen sich viele, wieso die Gewalt auf den Straßen immer präsenter ist, doch da ist die Antwort einfach – wenn den Menschen rund um die Uhr und täglich suggeriert wird, dass Gewalt zur Konfliktlösung „alternativlos“ ist und jedes finanzielle Opfer rechtfertigt, warum sollte dann der Bürger Lambda auf Gewalt verzichten? In einer Zeit, in der das Recht des Stärkeren das Internationale Recht abgelöst hat, ist es wenig verwunderlich, wenn das Recht des Stärkeren auch im Kleinen und auf der Straße gilt.

Die Rechnung für die Lügen und die Korruption der Macht zahlen, wie immer, die „kleinen Leute“. Denen wird suggeriert, dass man patriotisch zu sein hat und dass man für den Wahnsinn der Staatenlenker gefälligst Opfer zu bringen habe. Die einen müssen zahlen, die anderen ihr Leben opfern. Aber das gilt natürlich nur für diejenigen, die keinerlei Interesse an diesen Kriegen haben. Diejenigen, die über Kriege zu entscheiden haben, sind sehr geschickt darin, sich an diesen Kriegen eine goldene Nase zu verdienen.

Der Absturz des Westens ist programmiert, und viele werden dazu beigetragen haben, dass der Demokratie im Westen die Puste ausgeht. Doch nach wie vor tragen wir eine Mitschuld an dem Geschehen, denn wir haben es versäumt, diejenigen, die dafür verantwortlich sind, rechtzeitig abzuwählen. Nur – wer Personen wie Ursula von der Leyen oder Emmanuel Macron oder Viktor Orban wählt und wiederwählt, der sollte sich hinterher nicht darüber beschweren, dass diese Leute politische Kahlschläge durchführen. Wir stehen kurz vor einem neuen Zeitalter und es steht zu befürchten, dass es alles andere als das von Trump versprochene „Goldene Zeitalter“ wird.

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