Wer klaut denn sowas?
Der „Einbruch des Jahrhunderts“ im Pariser Louvre wirft viele Fragen auf. Die vier Einbrecher haben ganz gezielt 9 Schmuckstücke gestohlen – aber was fängt man damit an?
Wer kauft denn solches "heisses" Diebesgut? Foto: Jean-Pierre Dalbéra from Paris, France / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0
(KL) – Die ganze Aktion am Sonntagmorgen dauerte nur 9 Minuten. Die Einbrecher fuhren eine Hebebühne an die Rückseite des Louvre, ließen sich auf die Ebene fahren, in der die französischen Kronjuwelen ausgestellt waren, schnitten ein Fenster auf, stiegen ein, öffneten völlig ungerührt, aber ganz gezielt mehrere Ausstellungskästen und stahlen 9 Schmuckstücke von unschätzbarem Wert. Als sie dann flüchteten, verloren sie sogar noch eine Krone von Kaiserin Eugénie, so dass sie dann mit 8 Schmuckstücken auf zwei Motorrollern im Verkehr verschwanden. Das Personal und die ersten Besucher des Louvre schauten dabei nur entgeistert zu.
Nur – was machen die Diebe jetzt mit diesen Kronjuwelen? Es handelt sich um derart „heiße Ware“, dass sich wohl kein Hehler trauen wird, diese Schmuckstücke anzunehmen. Das wiederum deutet darauf hin, dass es sich um eine „Auftragsarbeit“ von Profis handelt, die ganz gezielt genau diese Schmuckstücke „auf Bestellung“ klauten, denn andernfalls würde ein solcher Einbruch keinerlei Sinn machen.
Aber wie kann es sein, dass vier Einbrecher morgens in den Louvre spazieren, die Ausstellungskästen öffnen, wertvolle Teile entwenden und unbehelligt wieder abziehen? Gab es keine Sicherheits-Maßnahmen? Keine Alarmanlage an den Fenstern zum Louvre? Keine Alarmanlagen an den Ausstellungskästen? Keine Videoüberwachung in den Räumen? Kein Sicherheitspersonal, dass sich erkundigt, was diese vermummten Leute mit ihren gelben Warnwesten dort machen?
Frankreichs Politik ist entsetzt, spricht von einem „Anschlag auf das französische Kulturerbe“ und mobilisiert jetzt alle Polizeikräfte, um die Preziosen wiederzufinden und die Täter dingfest zu machen. Doch sollte es sich tatsächlich um eine „Auftragsarbeit“ handeln, dürften die Schmuckstücke bereits im Safe eines begüterten Sammlers gelandet sein, die Täter ihr Honorar kassiert haben und dann wird es für die Ermittler sehr schwer.
Allerdings ist in nur 24 Stunden eine Diskussion ausgebrochen, wie man Frankreichs Museen und Schätze besser schützen könnte. Doch die Kassen des Staats sind leer und es sind keine Mittel vorhanden, um beispielsweise ein riesiges Museum wie den Louvre wirklich schützen zu können. Und so kann man jetzt nur hoffen, dass die Täter einen Fehler machen und die Schmuckstücke wieder in den Louvre zurückkehren.
Kommentar hinterlassen