Wer solche Freunde hat…

… der braucht keine Feinde. Donald Trump holt den Zollhammer gegen Europa heraus und die europäischen Spitzenpolitiker haben versagt. Auf ganzer Linie.

DIeser Mann ist gerade dabei, den Welthandel nachhaltig zu beschädigen. Foto: DonkeyHotey / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0

(KL) – Tja, vielleicht haben die Europaabgeordneten eine einmalige Chance verpasst, die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen per Misstrauensvotum aus dem Amt zu jagen – das allerdings wäre eine gute Idee gewesen, denn neben den Milliarden, die diese Frau freihändig verschleudert, hat sie in den Zollverhandlungen mit den USA erneut ziemlich erfolglos agiert. Wie Trump den Europäern per Brief mitgeteilt hat, erheben die USA ab dem 1. August Einfuhrzölle auf alle europäischen Produkte von 30 %. Auf alles, bis auf Tiernahrung.

Dazu drohte Trump auch gleich, dass wenn die Europäer ihrerseits Strafzölle auf US-Importe erheben würden, er die Strafzölle um diesen Prozentsatz erhöhen würde. Dabei hatte Ursula von der Leyen doch so toll verhandelt, um diese massive Störung der Handelsgleichgewichte zu verhindern. Doch ebenso wenig, wie Trump irgendwelche Kriege beenden kann, kann Ursula von der Leyen irgendwelche Verhandlungserfolge mit den USA vorweisen. Offenbar kann die Frau nur öffentliche Gelder hinter verschlossenen Türen mit vollen Händen ausgeben – irgendetwas für die rund 500 Millionen Europäer zu bewerkstelligen, das kann (und will?) sie offenbar nicht.

Nun ist es zwar jederzeit möglich, dass der erratische Trump seine Ankündigung in den nächsten Tagen widerruft, oder vielleicht auf die Zollsätze weiter erhöht – wissen kann das niemand. Klar ist nur, dass die USA kein zuverlässiger Partner für Europa mehr sind, was dann auch die Schleimereien der europäischen Spitzenpolitiker gegenüber Trump überflüssig macht. Der Satz „der versteht nur Stärke“ gilt eben nicht nur für Putin, sondern auch für Trump, was man am Beispiel Chinas erkennt. Als die Chinesen die gleichen horrenden Zollsätze anwandte, die Trump dem Reich der Mitte aufbürden wollte, ruderte Trump sofort zurück. Aber von „Stärke“ reden die Europäer nur – ansonsten kuschen sie kollektiv vor Donald Trump. Wenn sie nicht gerade Milliarden nach Moskau überweisen, denn die Sanktionen gegen Russland halten die Europäer nur so lange ein, wie das ihre Geschäfte nicht behindert. Ansonsten finanziert Europa weiter munter den russischen Angriffskrieg und schwadroniert davon, dass man „Stärke“ zeigen muss.

Wie es mit den USA weitergehen soll, das steht in den Sternen. Doch auch in den USA regt sich Unmut gegen die völlig chaotische Politik des nicht minder chaotischen Präsidenten, dessen aus-dem-Bauch-Maßnahmen in erster Linie zulasten der amerikansichen Bürger gehen.

Doch auch in Europa werden die Strafzölle, sofern sie dann kommen, die Wirtschaft nachhaltig erschüttern. Dabei stehen die Europäer allerdings nicht allein da, es trifft jetzt nach und nach die ganze Welt. Mexiko steht ebenso im amerikanischen Fadenkreuz wie Kanada, Brasilien, Japan oder Südkorea, um nur diese zu nennen. An die richtig Großen wie China oder Russland traut sich der POTUS dann doch nicht so richtig heran.

Zwar haben die USA zuletzt rund 100 Milliarden Dollar aus den unsteten Strafzöllen kassiert, doch das ist nur eine Momentaufnahme. Denn der transatlantische Handel wird immer weiter schrumpfen, da diese Strafzölle so ausgelegt sind, dass sie die Gewinnmarge der Exporteure auffressen und diese 30 % Strafzölle lassen sich nicht so einfach auf die Verbraucher abwälzen, schon gar nicht in Zeiten sinkender Kaufkraft, da wir ja jetzt stolz auf Kriegswirtschaft umgestellt haben.

Dass Trump ein unberechenbares Irrlicht ist, das sollte inzwischen auch dem Letzten klar sein. Warum aber weiterhin die halbe Welt bei Trump schleimt, was das Zeug hält, das bleibt schleierhaft. Ein alter Reflex? Probleme beim Umdenken? Mangelnde „Stärke“?

So oder so, jetzt schauen unsere ach so erfolgreichen Europapolitiker tatenlos zu, wie Trump die Wirtschaft in Europa offen angreift – mit den kernigen Sprüchen, dass man sich das nicht gefallen lassen wird, kann man Trump jedenfalls nicht beeindrucken. Es ist erschreckend zu sehen, dass in Zeiten massivster Weltkrisen das politische Spitzenpersonal in Europa schlicht nicht die Qualität hat, eigene Strategien zu entwicklen und sich lediglich darauf beschränkt, den Absturz mehr schlecht als recht zu verwalten. Ein Brüsseler Trauerspiel.

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