Wo ein Wille ist…
Seit 2017 fahren alle Züge in den Niederlanden mit Windenergie. Das ist zwar nicht spektakulär, zeigt aber, dass es Alternativen zu unserer bisherigen Energiepolitik gibt.
Hier produzieren die Niederländer den Strom für ihren Zugverkehr. Sehr pragmatisch, denn Wind gibt es hier genug. Foto: Eurojournalist(e) / CC-BY 2.0
(KL) – Die einen setzen auf Atomenergie mit Kraftwerken, in denen ständig Pannen passieren, die anderen setzen auf Erdöl und Gas aus Russland (die EU-Staaten haben letztes Jahr 29 % mehr Gas aus Russland importiert als im Vorjahr!), wieder andere versuchen, sich bei den Erdöl-Scheichs anzubiedern und dann wieder gibt es Länder, die ganz andere Strategien verfolgen – wie die Niederlande. Ohne darum viel Wind zu machen (sic!) haben die Niederländer ihren gesamten Zugverkehr bereits 2017 auf Windenergie umgestellt und fahren dementsprechend umweltschonend.
Dabei ist die niederländische Energie-Strategie von hohem Pragmatismus geprägt. Man nutzt die Energie, die eben vorhanden ist. In anderen Ländern dürfte es weniger Windenergie als an der Nordsee geben, doch auch anderswo gibt es alternative Energiequellen, die man nutzen kann. Wenn man das will und wenn man sich nicht in die Abhängigkeit von Giga-Konzernen begibt, die den Staaten vorschreiben, mit welchen Energien sie arbeiten können.
Die wohl vernünftigste Energie-Strategie ist es, diejenigen erneuerbaren Energiequellen zu nutzen, die lokal und regional vorhanden sind. Dies könnte, wenn man es wollte, auch in europäischen Verbünden erfolgen, doch spricht gegen diese Strategie, dass die Energiekonzerne nicht die sauberste, sondern die profitabelste Energie in die Netze speisen wollen, denn damit verdienen sie am meisten Geld. Dass sie damit nicht nur den Klimawandel anheizen, sondern „nebenher“ auch noch Putins Angriffskrieg finanzieren, stört diese Konzerne dabei wenig. Business is Business.
Doch das niederländische Beispiel zeigt, dass es auch anders geht. Dabei ist die Windenergie nicht die einzige alternative Energiequelle in den Niederlanden – es gibt Gezeiten-Kraftwerke, zahlreiche Biomasse-Kraftwerke in diesem landwirtschaftlich geprägten Land und man setzt alles daran, möglichst saubere, günstige und eben erneuerbare Energie zu produzieren.
Für einen solchen Ansatz bräuchte es einen „europäischen Masterplan“, doch sollte man zu diesem Thema nicht allzu sehr auf die europäischen Institutionen setzen, die ja seit geraumer Zeit mehr im Interesse der Großindustrie und des Kapitals als im Interesse der Bürgerinnen und Bürger arbeiten. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Doch wenn dieser Weg nicht genug Geld für die Superreichen generiert, dann wird er eben nicht gegangen.
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