Trumps Sprecherinnen – Fragen über Fragen

Nach nur einer Woche war es das schon wieder für Trumps neue Pressesprecherin Katie Zacharia. Aber wo gräbt er solche Fehlbesetzungen nur aus?

Mit Katie Zacharia hat sich Trump die nächste völlig inkompetente Pressesprecherin an Land gezogen. Foto: The White House / Wikimedia Commons / PD

(KL) – Seltsam, dass Trumps neue Pressesprecherin Katie Zacharia ihren Posten nach nur einer Woche wieder räumen muss. Denn im Grunde erfüllte sie alle aktuellen Standards des Weißen Hauses – blond, völlig inkompetent, aber mit der Fähigkeit gesegnet zu lügen ohne rot zu werden. Man fragt sich, wo Donald Trump diese „Pressesprecherinnen“ nur findet, aber klar ist, dass zwei Wochen vor den „Midterms“ die Geschichte um Katie Zacharia für Trump zum schlechtesten Zeitpunkt kommt.

So hatte sich Katie Zacharia in mindestens 15 Posts als „Attorney“ bezeichnet, und so hatte sie auch Donald Trump vorgestellt. Nur – die Berufsbezeichnung „Attorney“ darf nur von Anwälten geführt werden, die ihr Examen abgelegt und bestanden haben, was bei Katie Zacharia nicht der Fall war – sie fiel 2011 durch die Anwaltsprüfung und hat keinerlei Berechtigung, diesen Titel zu führen. Danach hatte sie noch sehr unbeholfen versucht, die Angelegenheit herunterzuspielen, aber da war es wohl schon zu spät.

Allerdings fällt auf, dass die weiblichen Mitglieder der Trump-Administration einige gemeinsame Eigenschaften aufweisen, ob nun Katie Zacharia, Karoline Leavitt, ihre Vorgängerin oder auch die früheren Ministerinnen Kristi Noem oder Pat Bondi – sie sind alle ungefähr gleich alt, absolut ungeeignet für ihre jeweiligen Jobs, bis auf Kristi Noem alle blond und da könnte man sich die Frage stellen, ob es sich nicht bei allen um „Epstein Girls“ handelt, die für ihr Schweigen mit hoch dotierten Jobs belohnt wurden, für die ihnen sämtliche Qualifikationen fehlten. Das mag jetzt einer Verschwörungstheorie klingen, aber irgendeinen Grund muss es ja geben, dass Trump systematisch inkompetente Frauen auf wichtige Posten hievt, für die sie nicht geeignet sind.

Dass Katie Zacharia die Rolle als Pressesprecherin im Sinne von Donald Trump ausgeübt hätte, ist sogar wahrscheinlich. Man kennt Trumps unglaublich respektlosen und beleidigenden Umgang mit Journalisten („Quiet piggy“, „Fake News“, „are you dumb?“, „you are the worst reporter of all“ etc…) und Katie Zacharia hatte sich in der einen Woche ihrer Amtszeit an die Regeln von Trump gehalten – bei ihrer ersten, völlig verkorksten und gestammelten Pressekonferenz hatte sie sich auf drei zugelassene Fragen beschränkt, gestellt ausschließlich von Trump-treuen Medien wie Breitbart. Mit „Pressearbeit“ hat das alles im Weißen Haus nicht mehr viel zu tun.

Aber dennoch wäre es interessant zu erfahren, nach welchen Kriterien die Jobs rings um Donald Trump verteilt werden – so ganz koscher sieht das nicht aus. Wer weiß, was noch alles herauskommen wird, wenn dieser Trump-Albtraum eines Tages endet…

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