Wird der Oberrhein doch noch zum „Life Valley“?

Seit Jahren arbeitet der Straßburger Alexis Lehmann an seinem Projekt, in dessen Rahmen der Oberrhein zum „Life Valley“ aufgewertet werden soll. Und das scheint nun zu klappen.

Die CeA richtet sich konsequent grenzüberschreitend und europäisch aus. Foto: Elsa Woeffler / EJ / CC-BY 2.0

(KL) – Bei der Vorstellung des „Schéma Transfrontalier“ der „Collectivité européenne d’Alsace“ (CeA) am Mittwoch in Straßburg, überraschte deren Präsident Frédéric Bierry die Versammlung, als er ausgiebig erklärte, dass sich das Elsass mit den benachbarten Partnern in Richtung des „Life Valley“ bewegen möchte. Dieses Projekt, an dem Alexis Lehmann seit Jahren arbeitet, zielt darauf ab, die unglaubliche Vielfalt der Einrichtungen, Forschungslabors und Firmen, die im Bereich der Gesundheit, Wellness und Forschung arbeiten, unter das Label „Life Valley“ zu stellen. Dass die eine oder andere spontane Reaktion bemängelte, dass man einen englischen Begriff für dieses richtungsweisende Projekt gewählt hat, zeigt nur, dass die Kritiker nicht verstanden haben, worum es geht. Denn während das Label „Life Valley“ auf allen Kontinenten der Welt verstanden wird, wäre eine „Valleé de la Santé“ noch nicht einmal in ganz Frankreich verständlich. Geschweige denn in Shanghai und anderswo.

Die CeA und ihre internationalen Partner haben große Ambitionen und das ist gut so. Der Direktor Europe der CeA, Patrice Herrmann, berichtete von über 1000 identifizierten Projekten aller Art, die bei der CeA momentan geprüft werden, bevor eine Auswahlliste erstellt werden kann, die dann von den Abgeordneten des CeA-Rats beschlossen werden kann. Dabei ist das Projekt „Life Valley“ zweifellos ein Leuchtturmprojekt, denn hier liegt das Potential, die Oberrhein-Region mit so positiven Begriffen wie Gesundheit, Wellness, medizinische Forschung, Innovation und Lebensqualität zu verbinden, so, wie heute jeder beim Begriff „Silicon Valley“ an Informatik und Technologie denkt.

Die Lebensqualität, aber auch das Vorkommen zahlreicher medizinischer Pflanzen am Oberrhein war bereits den alten Römern bekannt, wovon die Ruinen vieler Badehäuser aus der Römerzeit zeugen. Doch die Qualitäten des „Life Valley“ kannten vor den Römern bereits die Kelten, deren Druiden besonders die Wirksamkeit der Mistel schätzten (nicht nur, um den gallischen Zaubertrank herzustellen, sondern wegen der 600 therapeutischen Substanzen, die diese ungewöhnliche Pflanze bietet…). Insofern wäre diese Identifikation mit allen Unterthemen, die mit Lebensqualität und Gesundheit zu tun haben, ein sehr schöner Weg, dem Oberrhein (der international als Marke unbekannt ist), ein extrem positives und international einzuführendes Image zu geben. Dass Frédéric Bierry das Projekt „Life Valley“ zur Chefsache gemacht hat und offenbar entschlossen ist, dieses ausgezeichnete Image über die nächsten Jahre zu etablieren, ist in der Tat ein zukunftsweisendes Projekt.

Natürlich reicht der Platz hier nicht aus, um die über 1000 grenzüberschreitenden Projekte vorzustellen, die momentan bei der CeA geprüft werden. Doch kann man feststellen, dass die CeA anderthalb Jahre nach ihrer Gründung nun den Turbo einschaltet, um ihrer grenzüberschreitenden Mission gerecht zu werden. Dabei ist die Ausrichtung klar – es wird grenzüberschreitende Projekte zwischen den Verwaltungen geben und es wird viele Projekte geben, die ihren Ursprung in der Zivilgesellschaft genommen haben werden, wie eben beispielsweise das „Life Valley“.

Nun geht es an die Phase der Umsetzung und man darf gespannt sein, ob die deutschen und schweizerischen Partner diese Dynamik mittragen und selbst weiter befeuern. Sollte dies gelingen, dann wäre die Gründung der CeA ein Volltreffer gewesen…

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