Der Mann, der den Weltfußball verkauft

Der Mann, der den Weltfussball verkauft... Foto: ©UNIS Vienna / Nikoleta Haffar / Wikimedia Commons / CC-BY 2.0

(KL) – So, es ist vollbracht. Gianni Infantino hat die nächsten Weltmeisterschaften dorthin gechincht, wo sie niemand außer ihm und den lokalen Machthabern haben möchte. Wer denkt, dass dabei wie immer eine Menge Geld im Spiel war, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Dass dabei allerdings der Weltfußball mit Füßen getreten wird, dass sich der Weltfußball zum Hanswurst von Diktatoren und mehr als fragwürdigen Regimes macht, dass der Fußball zum Kommunikationsträger für die Schurken dieser Welt gemacht wird, das ist Herrn Infantino egal.

Erst Russland, wo Infantino stolz neben Putin posierte, dann die Skandal-WM in Katar, ein Fiasko für Menschenrechte und nun wird die WM 2034 in Saudi-Arabien ausgetragen. In einem Land, das beim Thema Menschenrechte selbst noch weit hinter Katar liegt und damit es keinen Gegenkandidaten gegen diese WM 2034 gibt, wurden Australien und Indonesien so bearbeitet, dass sie ihre Kandidatur zurückzogen. Herr Infantino weiß eben, an welchen Strippen er ziehen muss.

Richtig widerlich wird es, wenn der Mann behauptet, dass seine WMs weltumspannend für Frieden sorgen würden und er natürlich Politik und Sport nicht miteinander vermischen würde. Da man eigentlich zu den Begriffen Politik und Sport auch noch das Wort Korruption hinzufügen müsste, hat der Mann technisch gesehen nicht einmal Unrecht.

Doch die Schuld an dieser katastrophalen Entwicklung des Weltverbands FIFA trägt nicht nur Infantino alleine, sondern alle Verbände, die es diesem Mann erlauben, das zu tun, was er tut. Vorher, unter Sepp Blatter, war es nicht viel anders und als das „System Blatter“ aufflog, landeten etliche der Verbandsbosse aus dem Exekutiv-Komitee wegen Korruption hinter Gittern. In diesem System war Infantino Blatters Lehrling und hat es verfeinert und dafür gesorgt, dass die nun in den Gremien sitzenden Funktionäre so glücklich sind, dass sie ihn im Amt belassen.

Es wäre an der Zeit, dass sich der Weltfußball emanzipiert. Entweder wählt man den Totengräber dieses Sports ab oder man gründet einen alternativen Verband, wie es in etlichen Sportarten schon der Fall war. Doch Gianni Infantino weiter schalten und walten zu lassen, das ist das Ende dieses Sports und der Mißbrauch des Fußballs für das Whitewashing übler Regimes. Und dafür ist der Fußball eigentlich zu schade.

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